Bitcoins sind der neue heiße Scheiß. Das freshe Geld wird auch in der Berichterstattung bei den hiesigen Wirtschaftszeitungen immer beliebter. Klar, der Kurs ist ja in den letzten Monaten ordentlich in die Höhe geschossen. Das schreit nur so nach einer krassen Story, vor allem, wenn die Kurse purzeln. Nicht mehr lange und Bitcoin-Propheten/Gurus/Zukunftsanalysten beehren uns. Ich warte nur darauf. Auch in den Sozialen Netzwerken wird über Bitcoin gesprochen.

In Bitcoin investieren – die Fragen häufen sich

Was heißt das? Es ist Zeit für ein „Bitcoin-Update“ für Investoren und Interessierte. Im ersten Abschnitt kümmern wir uns um die Vergangenheit, um die Geschichte von Bitcoin. Und glaubt mir, das wird keine 0815 Geschichte-Stunde, sondern eine Story voller Geheimnisse. Außerdem ist es interessant, warum Bitcoin entstanden ist.

Anschließend kommen wir zur Definition (Was ist Bitcoin überhaupt), die wir teilweise schon mit der Geschichte erklärt haben. Dann stelle ich euch die Werkzeuge vor, wie ihr selbst Bitcoins erzeugen könnt (Ojaaaaa!! ;)) Wer keinen Bock darauf hat, kann Bitcoins auch einfach kaufen. Was übrigens die wesentlich angenehmere Variante ist, um das virtuelle Geld zu erhalten. Um damit auch etwas Anfangen zu können, stelle ich euch daraufhin einige Möglichkeiten vor, wie ihr eure Bitcoins sichern könnt.

Nachdem du weißt, wie du Bitcoins sichern kannst, sind natürlich noch zwei Fragen offen: Wo und wie kann ich mit Bitcoins bezahlen? Das klären wir in den zwei letzten Abschnitten. Los gehts!

Geschichte

Wer hat Bitcoin eigentlich erfunden?

Die Geschichte klingt wie eine filmreife Story: Ein Mann, eine Frau oder ein Kollektiv namens Satoshi Nakamoto kam/kamen auf die Idee, das System rund um Bitcoins zu gestalten. Das Paper “Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System” war die erste Beschreibung der digitalen Währung. Die Annahmen rund um die Person sind voll mit Gerüchten und Spekulationen. Wie immer, wenn jemand etwas tolles erfindet und anonym bleibt, setzen wir Menschen alle Hebel in Bewegung, um die Identität herauszufinden. Man hat seine Sprache analysiert, die Statistik seiner Forumsaktivität ausgewertet und Metadaten angesehen. Nach mehreren falschen Anschuldigungen meldete sich 2015/2016 Craig Steven Wright. Er behauptet Nakamoto zu sein.

Craig Wright - (c) BBC news

Craig Wright – (c) BBC news

Sein Profil passt: ITler, Sicherheitsexperte und laut eigenen Angaben ein großes Verständnis von Ökonomie und Rechtswissenschaften. Gemeinsam mit seinem Freund Kleinmann hätte er Bitcoin erfunden. Laut Wright sei sein Kollege aber mittlerweile gestorben. Die Bitcoin-Community bezweifelte sein Engagement. Warum? Nakamoto gab sich professionell, penibel und genau. Er wägte seine Worte ab und schien keine besondere Aufmerksamkeit zu wollen. Aber Wright ist genau das Gegenteil! Der selbsternannte Bitcoin-Gründer schert sich nicht um Rechtschreibfehler und Genauigkeit. Auch seine öffentlichen Auftritt sind wie ein antikes Theater – dramatisch und inszeniert. Kann er wirklich der Gründer sein? Der geniale Erfinder einer revolutionären digitalen Währung? In diese Diskussion mischte sich ein “Insider” ein. Laut ihm könne Wright Bitcoin nicht erschaffen haben. Ihm fehlen die Fähigkeiten. Er kann sich aber gut verkaufen.

„…und eine andere Person, die für Wright arbeitete, beschrieb ihn als ‚den besten Hochstapler, den ich jemals gesehen habe.'“

Daraufhin schoss Wright mit einem Blogpost nach, der seine Verbindung mit Nakamoto beweisen sollte. Das ging allerdings nach hinten los, weil mehrere Experten sein IT-Geschreibsel auseinandernahmen.
Was bleibt? Chaos. Verwirrung. Unmut.
Eine Theorie, die nun in der Community herumschwirrt lautet, dass nicht Wright Nakamoto ist, sondern sein Kumpel Kleinmann. Und jetzt setzt Wright alles daran, sich selbst in Szene zu setzen.
Eine heftige und emotionale Geschichte, die aber zu einem neuen, revolutionären Währungsmodell passt. Wer steckt nun wirklich hinter Bitcoin? Das ist noch nicht geklärt. Aber die Neugierde der der Menschen kann wie die Freiheit grenzenlos sein. Irgendwann wird es wohl herauskommen. Oder ist Wright doch der echte Satoshi Nakamoto?

Wann und Warum wurde Bitcoin erfunden?

2008 kam das Dokument von Satoshi Nakamoto heraus. Am 03. Januar 2009 entstanden die ersten Bitcoin.

Aber warum? Warum macht sich jemand die Mühe und erfindet eine digitale Währung? Es ist gar nicht so einfach, das herauszufinden. Mister Google spuckt auch wenige Ergebnisse aus.

“Das gibt es doch nicht”, dachte ich, und recherchierte weiter.

Schließlich stieß ich auf einen FAZ-Artikel, der mir meine Frage kurz und knapp beantwortete: Durch die neue Währung wollte man sich unabhängiger von Staaten, Zentralbanken und sonstigen Geldinstitutionen machen. Aber ist das alles? Nein, denn die Antwort liefert der Programmierer von Bitcoin selbst:

„Das Kernproblem konventioneller Währungen ist das Ausmaß an Vertrauen, das nötig ist, damit sie funktionieren.”

Mit Vertrauen spricht der Gründer ein fundamentales “Währungsproblem” an. Menschen müssen dem Geld vertrauen, denn im Grunde geben wir der netten Kassiererin im Supermarkt nur einen besser gedruckten Papierfetzen in die Hand. Oder wie K.I.Z es in ihrem Track “Hurra die Welt geht unter“ rappt: “Ein Goldbarren ist für uns das gleiche wie ein Ziegelstein.”

Nakamoto denkt aber nicht nur an das reine Vertrauen, sondern spricht von Verrat. Sinngemäß kritisiert er den Deckungsbeitrag unserer Spareinlagen, mit denen sie am Finanzmarkt spielen.

“Wir müssen den Banken unsere Privatsphäre anvertrauen, vertrauen, dass sie Identitätsdieben nicht die Möglichkeit geben, unsere Konten leerzuräumen.”

Was sagt man dazu? Der findige Programmierer wollte uns Privatpersonen mit Bitcoin ein Stück an Macht zurückgeben. Ehrenhaft.

Was ist ein Bitcoin jetzt eigentlich?

Was ist ein Bitcoin?

Fragen wir die Fachmänner von bitcoin-austria:

Bitcoin (BTC) ist die erste und bedeutendste dezentrale digitale Währung der Welt.

Ok, haben wir schon geklärt.

Im Gegensatz zu allen anderen Währungen gibt es keine zentrale Institution, die Geld herausgibt oder verwaltet.

Durch das “Warum” beantwortet, thänks. Aber wenn es keine zentrale Institution gibt, wer “druckt” dann die digitale Währung? Hmmm…

Bitcoins werden dezentral durch ein Computernetzwerk der Nutzer geschöpft und verwaltet.

Ich kann meine eigene Währung “drucken”? WIE? WIE verdammt?????? PS: Wie ihr vermutet habt hat sofort mein kapitalistisch denkendes Großhirn übernommen und mich auf die Suche nach weiteren Infos dazu geschickt. Es funktioniert tatsächlich. Kleinkapitalisten können sich nun endlich eigenes Geld erschaffen. Keine Angst, ich verrate es euch auch noch

Dieses Netzwerk ist gleichzeitig das Zahlungssystem in dem alle Überweisungen durchgeführt werden und dokumentiert werden.

WTF?!?! Das sehen wir uns noch genauer an!

Bitcoin ist Bargeld für das Internet

Okaaay. Langweilig! Wie kann ich jetzt Bitcoins erschaffen?!?!?!

Bevor wir zum spannenden Part kommen, kurz noch einmal zusammengefasst: Bitcoin ist Währung und Zahlungssystem zugleich.

Wie kann ich Bitcoins erzeugen und reicher als die Geißens werden?

Wie funktioniert das?

Bitcoins erschaffen geht tatsächlich! Zwar mit viel Aufwand, aber ok. Das ist es doch wert, oder? In der Fachsprache heißt “Bitcoins erschaffen” ganz bergbaumäßig “Bitcoin mining”. Wir hämmern uns also mit Spitzhacken durch einen virtuellen Tunnel, um dann Bitcoins zu finden? Nein, nicht ganz.

Ganz einfach erklärt funktioniert das Mining so: Der Miner versucht durch das Lösen von Rechenaufgaben mit der Hilfe seines Computers Bitcoins zu generieren. Für die “Next Generation Bitcoin Miners” gibt es unter dem nachfolgenden Link eine genaue Beschreibung wie die Rechenoperation funktioniert.

Eine kurze Geschichte des Minings

Zum Verständnis noch eine kurze Geschichte zum Mining selbst (oder das Video ansehen).

Am Anfang der Geschichte stand das Mining mit dem CPU. Dann kam die Grafikkarte zum einsatz, weil die Geschwindigkeit der Berechnung wesentlich höher ist.

Pro-Tipp: Momentan sind AMD Grafikkarten vorteilhafter!

Wäre das noch nicht genug, kamen spezielle Chips für das Bitcoin minen auf den Markt. Sogenannte ASIC Chips. Diese kleinen Arbeitsteufel sind nur für eine Aufgabe konfiguriert: Das heißt in unserem Fall – zu minen. Dadurch erhöht sich abermals die Geschwindigkeit, aber auch der Stromverbrauch. Schließlich will man profitabel minen und nicht am Ende des Monats eine saftige Stromrechnung bekommen, die den Gewinn auffrisst.

Was braucht man dazu?

Zuerst müssen wir uns entscheiden, ob wir alleine oder mit anderen Minern auf Bitcoin-Jagd gehen wollen. Oja, richtig gehört. Wir können uns quasi zu einem Team (Mining Pool) zusammenschließen, um schneller zu minen. Die Erträge sind dafür geringer, weil sie aufgeteilt werden. Auf bitcoinworldwide findest du eine tolle Auflistung der Mining Pools.

Was benötigen wir jetzt an Hardware und Software? Wenn du die Geschichte des Minings gelesen hast, kennst du dich mit der Hardware bereits aus.

  • Hardware
    • CPU
    • Grafikkarte
    • FPGA
    • ASIC
  • Software
    • CGminer
    • BFGMiner
    • Bitcoin Plus (Über Browser; CPU Miner)

Wo kannst du Bitcoins kaufen?

Zugegeben, das Mining ist ein bisschen viel Aufwand. Kaufen wir am besten Bitcoins. Geht schneller und ist einfacher ;). Aber wo bekommen wir diese Bitcoins? Es gibt mehrere Varianten. Es kann dir jemand einen Bitcoin schenken und zusenden, du kannst das virtuelle Geld aber auch über Börsen kaufen. Sehen wir uns die zweite Variante an.

Wenn du Bitcoins über eine Börse kaufen willst brauchst du ein Konto bei einem Handelsplatz. Beispielsweise bei https://www.bitcoin.de/de. Dieser Marktplatz hat mich persönlich angesprochen, weil als Vermittler die Fidor Bank auftritt. Es gibt aber auch noch Kraken und bitstamp.

Im Prinzip heißt es “Anmelden und Loslegen”. Natürlich sind die üblichen Formalia auszufüllen – ua. der IBAN, um überhaupt Handeln zu können. Denn ohne Kies nix los am Markt. Beim Kauf und Verkauf bitte auch die Transaktionsgebühren beachten.

Jetzt bleibt noch eine Frage…wo kann ich die gekauften Bitcoins ablegen? Und wie kann ich die virtuelle Währung verwenden? Der Reihe nach.

Wo kannst du Bitcoins lagern/sichern?

Zur Sicherung und Zahlung: Die Bitcoin Wallet

Nehmen wir an du hast Bitcoins gekauft. Yeeeeah! Das gleiche Gefühl, wie bei einer Dividendenausschüttung. Ziemlich geil ;). Aber die Bitcoins sind jetzt nur auf deinem Onlinekonto gutgeschrieben. Das heißt, du kannst damit noch nichts machen. Dafür benötigst du eine Bitcoin Wallet.

Was ist eine Bitcoin Wallet?

Na, wie siehts aus mit deinen Englischkenntnissen? Wallet war eines der wichtigsten Wörter. Klar, hat mit Geld zu tun und heißt “Geldbörse”. Die Bitcoin Wallet ist dein Aufbewahrungsort für die Bitcoins.

Es gibt verschiedene Arten von Bitcoin Wallets:

  • Destop Wallet
  • Mobile Wallet
  • Online Wallet
  • Hardware Wallet
  • Analoge Wallet

Desktop Wallet

Eine Desktop Wallet ist ein Programm wie Word, Excel und Powerpoint. Du installierst es und kannst Bitcoins empfangen und versenden. Du kannst beispielsweise folgende Wallets ausprobieren:

Mobile Wallet

Wie der Name schon suggeriert, handelt es sich dabei um Apps für das Smartphone. Folgende Wallets sind verfügbar (keine vollständige Liste):

Der Vorteil ist, dass du unterwegs mit den Bitcoins zahlen kannst.

Online Wallet

Die Online Wallet ist eine Web-App, über die deine Bitcoins verwaltet werden. Du musst dir dabei im klaren sein, dass die Sicherheit zwar darunter leidet, dafür kannst du von jedem Gerät aus auf deine Wallet zugreifen. Anbieter:

Hardware Wallet

Hardware Wallets sind zum Beispiel USB-Sticks. Momentan hält sich die Produktvielfalt aber in Grenzen.

Analoge Wallet

Sehr vertrauenswürdig ist die Paper-Wallet oder Analoge Wallet. Du hast sicher bei der Kasse schon einmal die itunes oder playstore Guthaben gesehen. Eine Paper-Wallet ist das gleiche. Zwei QR-Codes sind auf ein Papier gedruckt. Einer um die Bitcoins zu empfangen, ein andere um sie zu versenden. Was ist der Vorteil? Ganz klar die Sicherheit.

Wo kann man mit Bitcoin bezahlen

Wir haben jetzt alles was wir brauchen. Eine Wallet, Bitcoins…aber wo kann man mit Bitcoins einkaufen? Wo werden Bitcoins akzeptiert?

Es wäre eine Sysiphusarbeit, wenn ich euch jetzt alle Geschäfte weltweit aufzählen würde. Glücklicherweise hat das schon jemand anderer übernommen und zwar visuell. Auf coinmap.org findest du eine Karte, die dir anzeigt, wer Bitcoins akzeptiert. Sehr wahrscheinlich ist die Map nicht immer ganz aktuell. Deshalb kannst du auch nach speziellen Karten suchen. Für Berlin gibt es beispielsweise diese Karte:

Wie bezahlt man mit Bitcoins?

Super, wir wissen jetzt auch, wo wir mit unserem Geld einkaufen gehen können. Wie funktioniert der Kauf?

An der Kasse findest du einen QR-Code. Nachdem du den Code gescannt hast, erkennt deine Software automatisch die Empfängeradresse. Jetzt musst du entweder deinen Einkaufsbetrag eingeben oder er ist schon eingetragen. Danach bestätigst du die Transaktion und wartest auf die Bestätigung des Verkäufers.

Für eine Beispielzahlung an einen Onlineshop gibt es von bitcoinexpress ein Video, das nicht nur einen Hörschaden verursacht (Also Ton runterdrehen!), sondern indem auch etwas sehr interessantes gekauft wird. Dennoch ist es kurz, knacking und schnell erklärt. Deshalb will ich euch das Video nicht vorenthalten. (Schreibt mir mal in die Kommentare, wie ihr das gekaufte Produkt findet :P)

Zusammenfassung

Bitcoins und virtuelle Währen stehen wirklich hoch im Kurs. Was daraus wird? Keine Ahnung, das ist ein anderes spannendes Thema. Sprechen wir lieber darüber, was wir über die Währung gelernt haben:

  • Die Geschichte von Bitcoin ist mysteriös und spannend. Es gibt einen Gründer…und einen, der sich wahrscheinlich als einer ausgibt.
  • Bitcoins sollen den Menschen gewissermaßen ein bisschen Macht zurückgeben.
  • Ein Bitcoin ist eine digitale Währung, die über das Lösen von Rechenaufgaben geschaffen wird
  • Mit „Mining“ kannst du selbst die Währung erzeugen
  • Bitcoins kann man über Marktplätze aber auch Automaten kaufen
  • Für die Sicherung brauchst du eine Bitcoin-Wallet
  • Bezahlen mit Bitcoins ist auch schon möglich. Nutze dafür die im Artikel verlinkten Maps
  • Wie du bezahlen kannst habe ich dir auch erklärt. Einfach den QR-Code scannen und die Transaktion bestätigen.

Du bist jetzt mit dem Wissen ausgerüstet, um beim nächsten Stammtisch bei der Diskussion über virtuelle Währungen wenigstens ein bisschen angeben zu können 😉 . Aber vielleicht willst du mehr, als nur darüber reden. Mit den vorgestellten Marktplätzen kannst du mit dem Handel beginnen.

Was denkst du über Bitcoin und virtuelle Währungen? Ab in die Kommentare!

 

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