Letztens ist mir bei einem Gespräch mit einem guten Freund etwas aufgefallen. Bisher ging es in meinem Blog verstärkt um verständliche Erst-Erklärungen um die Planung vorm Investieren und um die Heranführung an die Börse (Beispielsweise mein Guide, indem du alle Schritte bis hin zum Depot lernst) Das ist auch gut so, denn schon die besten Generäle wussten, dass die richtige Taktik der halbe Erfolg ist. Auch die Umsetzung kam in den Blogbeiträgen nicht zu kurz und ist auch in meinem gratis E-Book enthalten. Was fehlt bisher? Naja, wie weiß ich jetzt aber was ich mein Wertpapierdepot zusammenstellen soll? Wie geht es weiter? Das führt zu dem Begriff der „Asset Allocation“, zu Deutsch „Vermögensaufteilung“. Ich stelle mir dann immer Dagobert Duck vor. Mit einem Unterschied: In meiner Vorstellung bunkert er sein Geld nicht in dem riesigen Speicher, sondern investiert wie ein Verrückter. Ich habe das lustige Taschenbuch und die reiche Ente ja immer geliebt, aber sein Geiz macht ihn ärmer. Sparen ist gut, aber richtig Sparen ist besser. Sehen wir uns an, wie das funktioniert.

Im ersten Teil sehen wir uns an, was „Asset Allocation“ bedeutet und was der Gedanke dahinter ist. Dann stelle ich dir ein paar Asset-Klassen vor. Du wist sofort verstehen, was ich damit meine und selbst viele andere Anlagearten identifizieren und kategorisieren können. Dann zeige ich dir, was du bei deiner Vermögensaufteilung beachten solltest. Dabei geht es verstärkt um dein persönliches Risikoprofil (ich bevorzuge ja das Wort „Unsicherheit“, aber das nur nebenbei). Schlussendlich kommt ein praktisches Beispiel und wie eine mögliche Portfolio-Zusammensetzung aussehen könnte.

Übrigens, wenn du dich über das Bild wunderst: Ich denke, es stellt die Asset Allocation wunderbar dar. 😉

Was bedeutet Asset Allocation?

Greifen wir für eine erste Definition auf Freund Wikipedia zurück. Laut dem allmächtigen Lexikon ist die Vermögensaufteilung die Aufteilung eines angelegten Vermögens auf verschiedene Anlageklassen, wie z.B. Anleihen, Aktien, Immobilien, Währungen und Edelmetalle. Alles klar. Was sagen Finanzseiten dazu? Die Asset-Allocation ist wichtig, weil sie individuell – je nach Risiko und Anlagehorizont – geplant werden kann und die Werte sich gegenseitig ausgleichen. Findige Denker haben sich dann die Begriffe

  • strategische und
  • taktische Asset Allocation ausgedacht

Bei der strategischen wird immer wieder Geld nachgeschossen, um die richtige Aufteilung zu gewährleisten, denn Kurse ändern sich. Bei Letzterem versucht der hiesige Investor seine Aufteilung so zu verschieben, dass er von Trends profitiert. Die taktische Asset Allocation ist demnach mehr Aufwand, erfordert mehr Einsatz und ist spekulativer ausgerichtet.

Investorpedia fügt der Definition von oben noch ein wichtiges Element hinzu: Die eigenen Ziele. Warum ist das wichtig? Weil dir deine Ziele erst zeigen, weshalb du investieren willst und das Risiko sowie den Anlagehorizont abstecken. Wenn du einen PC kaufen willst, wirst du wahrscheinlich auf konservative Sparformen zurückgreifen. Aber wie siehts aus, wenn du dir mitte Zwanzig Gedanken über die Altersvorsorge machst? Dann macht vielleicht ein langfristiges Investment an der Börse mehr Sinn.

Zusätzlich ist, zumindest nach einigen Journalen, die Asset Allocation eine der wichtigsten Entscheidungen. Rein auf das Depot bezogen ist eine besonders komplexe Aufteilung aber gar nicht so wichtig, wie Global Asset Allocation, gesehen beim Finanzwesir, zeigt.

Gut, die Asset Allocation ist demnach wichtig unwichtig. Also was jetzt? Naja, insgesamt macht die Vermögensaufteilung natürlich schon Sinn, weil du dein Vermögen so gliederst, dass es für dich (Risiko, Erwartungen usw.) passt. Zusätzlich kannst du soweit diversifizieren (= dein Vermögen aufteilen), dass sich deine Anlangen gegenseitig stützen. Was heißt das? Wenn A sinkt, sollte B steigen. Soweit so gut. Aber welche Asset-Klassen gibt es überhaupt?

Asset Allocation ist wie ein Aquarellbild – Farbspiele müssen ausgewogen sein. (c) KE aka meine Mom.

Was gibt es für Asset-Klassen?

Die Anlageklassen lassen sich grob folgendermaßen beschreiben:

  • Cash
  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • P2P-Kredite

Die Liste ist nicht vollständig. Im Grunde kannst du alle Investmentarten hinzufügen. Wichtiger ist die Aufteilung, die wir uns im nächsten Abschnitt ansehen.

Wie teilst du dein Vermögen am besten auf?

Wir erinnern uns: Die Asset Allocation macht Sinn, weil das Risiko minimiert bzw. an die eigene Risikotoleranz angepasst werden kann. Ein allgemeingültiges „am besten“ gibt es nicht. Zum Risiko kannst du dir aber folgende Gedanken machen:

Wie lange willst du investieren? Welcher Zeitraum ist für dich interessant?

Warum ist das wichtig? Weil langfristig auch risikoreichere Investitionen eine Option sind. Kurseinbrüche kann man in diesem Zeitraum aussitzen. Zieh dir dazu das Chart vom DAX rein. Langfristig ist der Index immer gestiegen. Verstehe mich aber nicht falsch. Das nicht heißen, dass das in extremen Schwächephasen immer glatt läuft. Wie uns schon ein paar Wirtschaftskrisen gelehrt haben, kann es auch anders kommen. Oft habe ich das Gefühl, dass das potentielle Ausfallrisiko von Anlegern aber auch Bloggern unterschätzt wird. Dem Gelde sei Dank passiert das aber nicht all zu häufig. Und ein totaler Spekulatius wirst du hoffentlich nicht 😉

Wie viel steckst du weg? (höhöhö)

Hältst du es aus, wenn ein Wert in deinem Wertpapierdepot blutrot ist? Wie viel Verlust kannst du ertragen? Oder, um es positiv zu formulieren: Wie viel bist du bereit zu gewinnen? Das Risiko bestimmt grundsätzlich den Ertrag, deshalb bringen risikoerreiche Investments eine höhere Rendite (Obwohl das laut Pim van Vliet nicht ganz richtig ist). Du kannst selbst entscheiden, welchen Weg du gehst – Chancenorientiert oder konservativ? Es liegt bei dir.

Die Differenz

Immer wieder trifft man auf folgende Rechnung:

Anteil an Aktien = 100 – Alter

Bei mir wäre das 100 – 27 = 73. Das bedeutet, ich sollte eine Aktienquote von 73% haben. Die Rechnung ist prinzipiell richtig, weil ein Jungspund aggressiver anlegen kann. Aber sagt diese Zahl wirklich so viel aus? Ich könnte mich stur daran halten, aber was, wenn ich risikoscheu bin? Was, wenn ich den größten Teil von meinem Geld lieber etwas sicherer verwahren will? Dann geht die Rechnung nicht auf. Sei dir bewusst, dass diese Zahl ein Anhaltspunkt ist, aber es um DEINE Präferenzen geht.

Humankapital

Das böse Wort mit den guten Intentionen. Sei dir bewusst, dass dein persönliches Kapital bei der Asset Allocation eine Rolle spielt. Du hast einen tendenziell sicheren Beruf? Dann könnte dein Risikoprofil höher sein. Bist du in einem Angestelltenverhältnis, das unsicher ist? Dann halte lieber einen höheren sicheren Anteil in deinem Vermögen.

Action, Beispiele & praktische Umsetzung

Wir beschränken uns hier auf das Wertpapierdepot und betrachten die Aktien- (mehr Risiko, potentiell mehr Ertrag) und Anleihenquote (weniger Risiko, vergleichsweise weniger Ertrag).

Maxi ist ein sehr umsichtiger Mensch. Er scheut das Risiko wie der Teufel das Weihwasser, aber will trotzdem sein Geld anlegen. Nachdem er sich über die verschiedenen Anlageklassen informiert hat, entscheidet er sich für einen Anteil von 90% Anleihen und 10% Aktien. Das spiegelt sein persönliches Risikoprofil wieder. Seine Renditechance ist dafür geringer. Natürlich legt er nicht all sein Geld in Aktien und Anleihen an. Ein Teil bleibt auf dem normalen Konto. Das sollte klar sein – die täglichen Ausgaben danken es ihm. Dazu stellt er übrigens ein Budget auf und trackt sein Vermögen.

Iris ist risikofreudiger. Sie will ein ausgewogenes Portfolio und hat einen langen Anlagehorizont. Ihr ist bewusst, dass sie langfristig investiert und damit auch Schwankungen besser aussitzen kann. Sie entscheidet sich für einen Aktienanteil von 60%.

Jetzt ist natürlich die Frage, wie das Portfolio aufgebaut wird. Welche Werte sollen in das Depot? Investiert man in Aktien mittels eines ETFs oder gleich in Einzelaktien? Welche Anleihen sollen in das Portfolio?

Für die einfache Geldanlage sind ETFs sehr gut geeignet. ETFs sind Exchange Trade Funds – einfach erklärt Fonds, prinzipiell ohne hohe Gebühren. Einen Fond kannst du dir wie einen Lagerraum vorstellen, der viele Produkte aufbewahrt. Das heißt, mit einem Fond hast du die Chance automatisch dein Portfolio zu diversifizieren, ohne tausende Einzelaktien selbst zu kaufen. Die Finanzcommunity, Wirtschaftszeitungen und mittlerweile auch einzelne Banken empfehlen die Fonds.

Eine beliebte konservative Portfoliokonstellation ist eine Kombination von

  1. World ETF (20%)
  2. Emerging Markets ETF (10%)
  3. Anleihen ETF (70%)

Mit dem World investierst du in einen Fond, der weltweit Aktien hält. Der Emerging Markets hast du die Chance, von den aufstrebenden Märkten zu profitieren. Das ist risikoreicher, aber der Anteil im Gesamtportfolio ist gering (Du kannst darauf auch verzichten). Du willst wissen, was das mit den Emerging Markets genau auf sich hat? Das kannst du in meinem ausführlichen Beitrag über Emerging Markets nachlesen. Die Anleihen sind tendenziell risikoarm und schwanken normalerweise nicht stark.

Du kannst jetzt mit den Anteilen „spielen“. Willst du ausgewogener Investieren, dann entscheide dich für eine 50/50 Kombination. Deine Renditechance soll höher sein? Dann reduziere den Anleihen-Anteil. Behalte im Hinterkopf: Das ist ein Vorschlag und keine definitive super „ich werde reich“-Strategie. Erinnere dich: Die Zusammensetzung deines Portfolios ist höchst individuell und soll deinen Kriterien entsprechen. Das Dreiergespann Word-Emerging Markets-Anleihen ETF sieht man allerdings sehr häufig und ist einfach zu unterhalten.

Wenn du zusätzliche Informationen für deine Entscheidung heranziehen oder dich grundlegend über die Situation von den verschiedenen Anlageklassen informieren willst, kannst du dir beispielsweise den Kapitalausblick der DB ansehen, oder auf Wirtschaftszeitungen zurückgreifen. Dadurch erhältst du einen Überblick, wie der Markt eingeschätzt wird. Sei dir bei der Fülle von Infos immer bewusst, dass die Weltwirtschaft dynamisch ist und sich Gegebenheiten schnell ändern können. Allgemein rate ich dir aber, öfters die Wirtschaftsteile von jeglichen Journalen zu lesen. Ich weiß, das kann anstrengend sein, aber unklare Begriffe kannst du heute sehr schnell nachschlagen. Es ist nur eine Kopfsache.

Nach der Aufteilung stehen wir vor der Frage, welche konkreten Fonds ins Portfolio kommen. Hier kannst du auf die Suchmaschine von justetf zurückgreifen. Wenn du in die Suche „MSCI World“ und die anderen Schlagworte eingibst, spuckt sie sofort passenden Ergebnisse aus. Du musst dann nur mehr auswählen. Bei den ETFs gibt es dann auch noch ein paar Dinge zu beachten, die ich dir an anderer Stelle vorstellen will. Als erste Anlaufstelle was zur Auswahl steht, könnt ihr euch z.B. hier schlau machen.

Asset Allocation – keep it simple, stupid

Fazit

Die Vermögensaufteilung auf Anlageprodukte ist wichtig, weil ihr euer Risiko minimiert, euer Risiko anpasst und eure persönliche Anlagestruktur auf eure Bedürfnisse anpasst. Dabei gibt es unendlich viele Möglichkeiten, wie viele Werte ihr euch ins Depot holt und ihr werdet immer andere Anleitungen und Musterportfolios finden. Denkt an eure eigenen Präferenzen und haltet euch daran. Langfristig ist eine besonders komplexe Aufteilung nicht so wichtig. Ich bin ein großer Fan von dem Ausspruch: Keep it simple, stupid! Speziell bei ETFs habt ihr die Möglichkeit, diesem Sprichwort zu folgen, weil wenige Fonds viel abdecken. Dein Portfolio wird nicht unübersichtlich und es ist einfach zu verwalten. Das simple dreier-Portfolio ist ein guter Startpunkt. Welche Werte genau in deinem Depot liegen ist wieder dir selbst überlassen. Worauf du dabei achten kannst, zeige ich dir in einem zukünftigen Beitrag, der hier verlinkt wird. Ich hoffe, du konntest etwas über die Portfoliozusammensetzung mitnehmen und folgst deinen Präferenzen.

 

Anzeige – Ein Verweis ist Teil der Anzeige. Dieser Beitrag ist persönlich geschrieben, recherchiert und spiegelt meine Meinung wieder. 

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