Im Mittelalter gab es Geld- und Tauschwirtschaft nebeneinander. Die Geldwirtschaft selbst hat aber ihren Ursprung in der Tauschwirtschaft, da z.B. das Wort pecunia (Geld) von pecus (Vieh) kommt. Das Wort Geld kommt von „gelten“, was Opfer, Leistung und Steuer hieß.

Auch in der Vergangenheit durfte nicht jeder Geld prägen. Dieses Recht stand anfangs nur den Königen zu.

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Mein Name ist Johannes und ich habe Geschichte (Wirtschafts-, Sozial- und Umweltgeschichte) an der Universität Salzburg studiert.

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Die Kirche und das Geld

Interessant war die kirchliche Einstellung zum Geldverleih. Es galt als unfein und Wucher. Ein Christ durfte nicht am Geld verdienen. Deshalb musste man zu einem Juden gehen, die aus diesem Grund dem Geschäft des Geldverleihers nachgingen. Das war manchmal kein guter Beruf, denn oftmals wurden Juden aus der Stadt gejagt und Schulden an sie nicht zurückgezahlt. So konnten ua. Christen „unverschuldet“ davonkommen. Das Verbot des Geldverleihs der Kirche war allerdings nicht in jedem Land gültig.

Italiener als Erfinder der Buchhaltung

Durch die immer größeren Handelsgeschäfte ließen sich Italiener neue Modelle in der Geldwirtschaft einfallen. Geldwechsler verzichteten auf Münzen und richteten Konten ein. Sie wickelten ihre Geschäfte sprichwörtlich auf einer Bank oder einem Tisch ab. Die „Banchieri“ vergaben auch Kredite, was den Händlern zu gute kam.

Begriffe wie „brutto“ und „netto“ wurden plötzlich verwendet und eine Buchhaltung angelegt, um die Rentabilität abschätzen zu können.

Wie war es in Deutschland?

Um das Zinsverbot zu umgehen entstand die „Leibrente“ in deutschen Städten. Geld wurde verliehen und im Gegenzug eine Rente auf Lebenszeit geboten. Dabei waren sich die Parteien schon dem Risiko bewusst. Starb man spät, galt dies als Vorteil, vice versa.

Jeder hat sicher schon einmal von den Fuggern gehört, die über die Zeit eine große Menge an Vermögen ansammelten. Diese Augsburger, im wesentlichen Kaufmänner, finanzierten sogar später den Kaiser Maximilian I. Durch geschickte Investitionen hatte sich Jakob Fugger ein Monopol im Metallwesen geschaffen, die zur Münz- und Waffenproduktion verwendet wurden.

Den Gebrauch des Geldes lernten immer mehr Menschen zu nutzen. Von den großen Vermögen blieb oft nicht viel übrig. Außer bei denen, die ihr Geld angelegt hatten, z.B. in, im neueren Sprachgebrauch gesprochen, „Immobilien“.

Fazit

Die Geschichte des Geldes im Mittelalter ist nicht nur aufgrund der eigentlichen Münzentwicklung interessant, sondern vor allem wegen den institutionellen und kontextuellen Umständen. Die Kirche verpönte z.B. den Geldverleih, die Händler schätzen ihn und Juden wurden quasi in eine berufliche Nische gedrückt, die sehr unbehaglich sein konnte. Schlussendlich findet sich auch in dem geschilderten Überblick ein Finanztipp aus dem Mittelalter:

Leg‘ Dein Geld an und werde wohlhabend.

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