Ich hoffe nicht, daß es nötig ist zu sagen, daß mir an Salzburg sehr wenig und am Erzbischof gar nichts gelegen ist und ich auf beides scheiße. – Wolfgang Amadeus Mozart

Mozart ist für seine phantastische Musik bekannt und weniger für seine derbe Sprache. Der 1756 in Salzburg geborene Künstler war das „Wunderkind von Salzburg“ und ist heute Inbegriff für das klassische Musikantenstadl. Da stellt sich doch die Frage, ob Mozart damals gut verdient hat, wie er mit dem Geld umgegangen ist und ob er wirklich ein armer Schlucker war, wie es in fast jedem Schulbuch heißt.

Mozart hatte mehrere aktive Einnahmequellen. Ein graus für Passiv-Fanatiker, ein lobendes Händeklatschen bei den Liberalen (Leistung, Leistung, Leistung!). Er verdiente mit seinen Akademien, Konzerten, als Lehrer und der Tätigkeit als Komponist ca. 10.000 Gulden pro Jahr. Im Vergleich zu 2004 wäre das ein Einkommen von 88.000€, also 7.333€ pro Monat. Ein Facharbeiter in einer Spinnerei hatte 25 Gulden als Monatseinkommen, was einem Jahresverdienst von 300 Gulden entspricht.

Mozart war kein armer Schlucker, hat gut verdient und könnte heute eine tolle Sparquote erreichen. Und unter uns: Es wäre auch ziemlich cool, wenn er einen Blog schreiben würde. Schimpftriaden und finanzielle Tipps vereint. Hört sich doch gut an.

Komponist, Genie, Schuldenkönig

Mozart war ein verschwenderischer Sack. Er hätte Tim Schäfer gebraucht, der mit dem Konsumknüppel neben ihm steht. Der Musiker hatte große Wohnungen und ließ andere für sich arbeiten. Nein, er war kein Unternehmer, sondern leistete sich Personal für die eigene Annehmlichkeit. Sein damaliges Auto, ein Reitpferd, verschlang auch Geld. Shame on you Mozart! Besser, du hättest mal ein Budget aufgestellt.

Ein bisher ungelöstes Rätsel sind Mozarts Verluste beim Karten- und Billardspiel. Was allerdings als sicher gilt ist, dass der Komponist ein Faible für das Kartenspiel hatte. Das geht aus seinen Briefen hervor.

Der größte Verlustposten war aber seine Kleidung. Unmengen an Geld gab er für teures Gewandt aus. Statusdenken auf höchstem Niveau.

Weil seine Geldausgaben so ausuferten, musste sich Mozart immer wieder Geld leihen. Das klang dann so:

Ich zu Ende Gefertigter Wolfg. A. Mozart,
Hofkompositeur allhier, urkunde und
bekenne hiedurch, blablabla

 daß mir der Wohlgebohrene
Herr Heinrich Lackenbacher privilegierter
Handelsmann Allhier, Ein
Capital von 1000 f. sage tausend Gulden

blablabla
zugezählet hat.

Und endete mit:

Zur Sicherheit sowohl des Capitals als der Interessen, verpfände ich dem Herrn Darleiher mein gesammtes Mobilare.

Zwischen arm und reich

Mozart war nicht arm. Er konnte nicht mit Geld umgehen. Was wir von ihm lernen können ist, dass viel Geld verdienen nicht ausreicht, um ein finanzielles Polster für die Zukunft zu schaffen. Es gibt überall Finanz-Fallen, die nur darauf warten brutal zuschnappen zu können. Es sind Statusdenken, das Verlangen zu einer bestimmten Gruppe zu gehören, Konsum und persönliche Laster, die sich auf unsere Finanzen auswirken. Lernen wir von dem großen Künstler. Konzentrieren wir uns auf unsere Stärken und beobachten wir unsere Schwächen. Seien wir wie Mozart als Künstler, aber nicht als Konsument. Oder wie es der liebe Wolfgang schreiben würde: „Scheißen wir auf sinnlosen Konsum“

 

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