netzsieger forderte mich auf, über den mir bis dato noch relativ unbekannten CFD-Handel zu schreiben. Ich nahm die Einladung an und beschäftigte mich kritisch mit dem Thema. Das traf sich gut, weil in der letzte Woche in den virtuellen Zeitungen überall das Schlagwort „CFD-Handel“ zu lesen war. Beispielsweise im orangefarbenen Handelsblatt die über ein Verbot schrieben. Als langfristiger Investor weiß ich grundsätzlich schon, dass das Transaktionen sind, die ich meide. Aber warum eigentlich? Lasst es uns herausfinden.

Was sind CFDs genau?“ Die Recherche begann.

Auf der Suche nach Antworten stieß ich auf typische kleine Foren, große bekannte Websites und ultimative Plattformen mit noch besseren Texten. Technisches blabla vermischte sich mit euphorischem Jauchzen (Gewinne) und niederschlagendem Weinen (Verluste).

„Aber ich will doch nur eine verständliche Erklärung“, schrie ich stumm meinen flackernden Bildschirm an.

Wikipedia half mit dem Schlagwort „Differenzkontakt (Contract for Difference)“ aus. „Aha“, dachte das noch unvollständig ausgeprägte Juristenhirn. „Es handelt sich um einen Vertrag über unterschiedliche Werte.“ Damit soll es möglich sein, auf steigende und fallende Kurse zu setzen.

„Wie bei Sportwetten, nur mit Wertentwicklungen“, dachte ich mir und recherchierte weiter.

Die Suche nach einfachen Texten war schwierig. „Ein Lehrbuch über Astrophysik ist verständlicher.“ Zum Glück gab es auch gute Erklärungen. Zusammengefasst: Der Vorteil des CFD-Handels sind die möglichen Gewinne. Getreu dem Motto „Setze wenig, gewinne viel“. Der Leverage-Effekt lässt grüßen. Auch bei den Dividenden darf der Trader mitschneiden. 85% gehören ihm. Falsches Setzen bewirkt aber das Gegenteil: Verluste & Totalausfall sowie den Ausgleich der Dividendenzahlung. Das Spiel aller Spiele sozusagen.

„Und wie lässt sich ein potenzieller Gewinn erreichen?“

Der gewillte Käufer muss eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegen. Stirnrunzelnd überlegte ich kurz: „Sicherheitsleistung. Wie ist das zu verstehen? Beim Wertpapierkauf erwerben Anleger Anteile, bezahlen Gebühren und…“ Eine große Infobox sprang mir entgegen.

„Investieren Sie 5€ als Sicherheitsleistung bei einem Aktienkurs von 50€ und gewinnen 200€. Der Rest Ihrer Leistung wird vom Anbieter selbst finanziert.“ (Oder: „Verlieren Sie viel bis alles.“)

So denken Trader. Wo ist der Haken? Ist die Sicherheitsleistung zu gering, verlangt der Broker einen Nachschuss von Geld. Beispiel: Jonathan hat auf einen DAX-CFD erworben. Nun fällt der Kurs um 800 Punkte. Er muss jetzt Geld nachschießen, weil sein Broker freundlich einen Verlustausgleich fordert. Die Sicherheitsleistung ist bereits vom Betrag abgezogen. Wie sich zeigt, haben einige Broker auf diesen Umstand reagiert und bieten neben anderen Sicherheiten eine optionale Risikobegrenzung an, die eine Nachschusspflicht verhindert. Trotz allem kann das Geschäft schnell sehr teuer werden und damit ist auch geklärt, warum viele Trader oft in der Miese sind. Grafisch können wir uns das bei einer Wette auf einen steigenden Kurs so vorstellen:

Die Wette auf steigende Kurse. Eigene Grafik.

Der Handel findet Außerbörslich statt und unterliegt damit wenigen Regulierungen. Ein weiterer Grund, CFDs kritisch zu sehen. Schon länger sind die Finanzprodukte im Visier der Börsenaufsicht. Jetzt wird, zum Schutz der Verbraucher, über ein Verbot nachgedacht. Aus langfristiger Perspektive eine gute Überlegung. Manche Menschen muss man ja vor sich selbst schützen…

Was lernen wir daraus?

CFD-Handel bedeutet für uns langfristige Anleger vor allem eines: Spekulation. Dadurch lassen sich hohe Gewinne erreichen, aber die Gefahr eines Totalausfalls ist ebenso groß. Dass die Kursentwicklung nicht mit fancy Berechnungen und Charts absolut vorhergesagt werden kann ist bekannt. Es ist in diesem Sinne eine Wette. Ich bleibe daher bei meinen lieben ETFs, der bewussten Langeweile und dem (hoffentlich) langfristig wachsendem Depot.

 

 

Transparenz: Es handelt sich um einen persönlich geschriebenen & recherchierten Beitrag, der ganz klar meine Meinung widerspiegelt. Der Verweis ist Teil einer Anzeige. Warum ich die Aufforderung angenommen habe, könnt ihr bald nachlesen. 🙂

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