Es gibt so viele ETFs wie Sand in der Wüste. Und es gibt noch viel mehr Varianten, wie du dir als Privatanleger ein ETF-Depot zusammenbauen kannst. Liest du dich in Finanzforen ein, wird auf jedes noch so kleine Detail geachtet. Details sind schon wichtig, aber ganz ehrlich, die Auswahl von einem ETF soll nicht zur Lebensaufgabe ausarten.

Hier stelle ich dir deshalb drei einfache Varianten vor, wie du ein ETF-Depot aufbaust. Und zwar ohne jahrelanger Suche und einem halben Nevenzusammenbruch.

Das 1-ETF-Portfolio: Die ganze Welt unter einem Dach

Die wirklich einfachste Möglichkeit zum Vermögensaufbauer zu werden: Mit nur einem ETF von Vanguard. Mit dem geschmeidigen Namen „Vanguard FTSE All-World“ hast du mit nur einem ETF gleich 3.261 Aktien von Industrie- und Schwellenländern im Depot. Mit dabei sind Microsoft, Apple und sogar Bergshire Hathaway – das Unternehmen von Börsenguru Warren Buffet. Unternehmen in den USA sind insgesamt mit 55,2 % vertreten.

Und das ultra günstig! Mit einer Gesamtkostenquote von 0,25 % p.a. bist du im unteren Segment der Kosten.

Der ETF schüttet die Erträge aus. Das heißt, du erhältst Quartalsweise ein kleines Zuckerl – quasi als Barzahlung – auf dein Konto. Die Ausschüttungen am besten wieder reinvestieren…oder sich doch mal etwas gönnen. Wie du willst.

Was sind die Nachteile? Du hast einen sehr starken USA-Anteil. Wenn die Wirtschaft der USA abschmiert, ist das unvorteilhaft. Da du aber auch unterschiedliche Branchen in diesem ETF hast, bist du in dieser Hinsicht sehr gut diversifiziert. Die Verteilung der Länder sind nach der Marktkapitalisierung gewichtet. Das heißt, Unternehmen mit einem hohen Börsenwert werden höher gewichtet.

Du willst es nachhaltig? Dann bitte genau schauen. Alle Welt-ETFs investieren in die Industrie, Öl & Gas sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Aus anderen Ländern und Branchen können auch Unternehmen enthalten sein, die dir vielleicht nicht gefallen. Hier hat die tolle Diversifikation ihre Krux. Über nachhaltige ETFs schreibe ich bald. Nachhaltige Einzelaktien habe ich bereits unter die Lupe genommen.

Glücklicherweise wird das Thema Nachhaltigkeit immer präsenter und Unternehmen müssen darauf reagieren.

Jetzt wieder zum 1-ETF-Depot. Diesen ETF brauchst du dafür:

NameISINKosten
Vanguard FTSE All-World UCITS ETF DistributingIE00B3RBWM250,25% p.a.

Gesamtkostenquote (TER)

 

Das 2-ETF-Depot: Industriestaaten und Schwellenländer getrennt

Mehr Flexibilität gefällig? Gängige Praxis ist, jeweils einen ETF für Industrie- und Schwellenländer ins Depot zu geben. Jetzt stellst du dir sicher die Frage, wie das Geld denn auf die zwei ETFs aufgesplittet wird. Das geht so: Stell dir vor, du investierst 10.000 €. Bewährt hat sich eine Aufteilung von 70 % World und 30 % Emerging Markets. Das heißt, du investierst jetzt 7.000 € in den World und 3.000 € in den Emerging Markets.

Mit dem HSBC World hast du einen günstigen ETF, der fast 1.700 Aktien abbildet. Auch hier ist die USA mit einem hohen Anteil von 63 % vertreten. Die Dividendenerträge werden ausgeschüttet. Mit dem Emerging Marktes ETF vom Anbieter Xtrackers investierst du in die sogenannten „Aufstrebenden Märkte„. Du hast es mit einem thesaurierenden ETF zu tun, der die Erträge sofort reinvestiert. Du profitierst hier sofort vom Zinseszins-Effekt. In dem ETF sind China, Südkorea und Taiwan am stärksten vertreten.

 

NameISINKosten
HSBC MSCI WORLD ETF (DE)DE000A1C9KL80,15 % p.a.

Gesamtkostenquote (TER)

Xtrackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1CIE00BTJRMP350,20% p.a. Gesamtkostenquote (TER)

 

Das Pantoffel-Portfolio: Wachstum und Sicherheit

Das Pantoffel-Portfolio hat seinen Namen wegen dem geringen Aufwand (obwohl die zwei vorherigen Portfolios auch einfach zu verwalten sind). Es besteht traditionell aus einem Aktien-ETF sowie aus einem Anleihen-ETF (oder auch nur Tagesgeld, aber ich beschränke mich auf die Börse).

Du legst dir wieder den World ins Depot und zusätzlich einen im Vergleich sicheren Anleihen-ETF. Der World ist dein Renditeturbo, der Anleihen-ETF sorgt für Sicherheit im Depot und arbeitet thesaurierend. Der ETF von Xtrackers enthält Staatsanleihen mit Laufzeiten von 1 – 11 Jahren. Hauptsächlich aus Frankreich, Italien, Deutschland und Spanien.

Anleihen sind oftmals ein fester Bestandteil in einem Aktienportfolio, weil das Risiko einer Kursschwankung und eines Ausfalls geringer ist, als bei Aktien. Der Nachteil ist die geringe oder sogar negative Rendite.

Je nach deinem gewünschten Risiko teilst du dein Geld auf die ETFs auf. Stiftung Warentest rät beispielsweise zu 50 % World und 50 % Anleihen. Bist du risikofreudiger und willst die Chance auf eine höhere Rendite nicht verpassen? Dann lohnt sich für dich eine 70 – 30-Aufteilung. Du kannst bei Bedarf auch auf den Vanguard von vorhin oder dem MSCI ACWI zurückgreifen.

NameISINKosten
HSBC MSCI WORLD ETF (DE)DE000A1C9KL80,15 % p.a.

Gesamtkostenquote (TER)

Xtrackers Eurozone Government Bond UCITS ETF 1CLU02903557170,15% p.a. Gesamtkostenquote (TER)

 

Entspannt investieren und ein Vermögen aufbauen

Mit all den Musterportfolios investierst du entspannt, weil du dich nicht um einzelne Aktienpositionen kümmern musst. Stattdessen kaufst einen ETF, der hunderte Aktien enthält (du bist damit auch automatisch super diversifiziert) und einen Index nachbildet. Statistisch erhältst du damit eine Durchschnittsrendite von 7 % jährlich.

Für ein ETF-Portfolio brauchst du nur ein Depot und ein bisschen Geld. Entweder du investierst regelmäßig und manuell bestimmte Beträge, oder legst einen Sparplan an. Wenn du das nicht über einen Sparplan machst, empfehle ich dir immer gleich 1.000 € zu investieren, da dir sonst die Gebühren die Rendite vermiesen. Für ein automatisches Sparen empfehle ich dir das 3-Konten-Modell. Übrigens: Willst du wissen, welche Unterschiede es beim Vermögensaufbau zwischen Sparraten von 25 € bis 200 € gibt? Dann ist der Beitrag „Wie viel Geld du monatlich anlegen solltest“ etwas für dich.

Das Depot gibt es bei deiner Hausbank, es lohnt sich aber ein Kostenvergleich. Ich habe dir ein Tool eingebunden, mit dem du das überprüfen kannst. Starte mit dem Vermögensaufbau und lass dein Geld nicht am Konto mit 0,25 % Zinsen versauern!

 

 

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