Noch immer glauben Menschen, dass nur der Börsen-Anzugträger von nebenan durch spektakuläre Spekulationen eine Chance auf hohe Renditen hat. Noch immer versprechen dubiose Börsengurus einen Batzen Geld, wenn du in diese eine, GRANDIOSE 1-€-Aktie investierst. Und noch immer tappen sie wie ungestüme Sportler in die Falle der Glücksverkäufer, nur um die Millionenchance nicht zu verpassen. Es ist wieder Zeit für eine vernünftige Aufklärung.

Spekulation ist ok. Entspannter ist langfristiges Investieren.

Verstehe mich nicht falsch. Ich habe nichts gegen gesunde Spekulationen. Wenn du schon einmal im Casino warst, willst du doch auch Gewinne rausholen, oder? Schlimm ist es dann, wenn es auf Kosten anderer Menschen geht.

Aber was heißt eigentlich „spekulieren“?

Der Focus schreibt:

Als Spekulation wird wirtschaftliches Handeln bezeichnet, das darauf gerichtet ist, Gewinnchancen durch Kurs- oder Preisunterschiede innerhalb eines bestimmten – in der Regel überschaubaren – Zeitraums auszunutzen.1

Spekulation wird dabei entweder als sinnlos angesehen, weil im Markt schon alle Informationen eingepreist sind, oder als toll, weil der Markt so schnell zum Preis-Gleichgewicht kommt. (Effizienzmarkthypothese vs. Ineffizienz)

Allerdings kann es auch zu extremen Blasen kommen, wie wir es 2008 / 2009 hatten.

Natürlich gibt es erfolgreiche Spekulanten wie Keynes oder Kostolany…und auch wir „Normalos“ können damit Geld verdienen. Entspannter ist das langweilige, langfristige Investieren.

Damit legst du dein Geld sicherer an…und freust dich trotzdem über Gewinne.

J.P. Morgan Asset Management bringt es auf den Punkt:

Durchgängig investiert bleiben zählt

Wer warten kann, wird langfristig belohnt

Während die Märkte immer schlechte Tage, Wochen, Monate oder gar ein schlechtes Jahr haben können, zeigt die Erfahrung, dass Anleger über längere Zeit hinweg seltener Verluste machen. Daher müssen Anleger sich eine langfristige Perspektive bewahren.

Das Konzept wird durch dieses Diagramm veranschaulicht. Anleger sollten in der Zukunft nicht unbedingt dieselben Renditen erwarten wie in der Vergangenheit. Trotz der großen Schwankungen bei den Jahresrenditen, die wir seit 1950 erlebt haben, hat noch keine diversifizierte Mischung aus Aktien und Anleihen über einen rollierenden Zehnjahreszeitraum in den letzten 65 Jahren eine negative Rendite verzeichnet.2

Hast du jetzt Bock auf langfristiges Investieren?

Du hast noch überhaupt keinen Plan wie das mit der Börse funktioniert? Dann sieh dir den Artikel „Du willst einen Guide, wie du mit dem Investieren beginnen kannst? Hier ist er.“ an.

Schon ein bisschen mehr Erfahrung? Vielleicht interessierst du dich dann für schöne, monatliche Dividendenaktien.

Bevor du hier aber voll durchstartest und weiterklickst, vermeide unbedingt diese speziellen Aktien im nächsten Abschnitt…

Geld verbrennen ist einfach. Schneller geht’s fast nur mit Pennystocks. Garantiert.

Meide Pennystocks wie der Teufel das Weihwasser…

Aber was sind Pennystocks?

Die Geldmarie beschreibt das so:

Die Untereinheit des englischen Pfunds war lange Zeit der Penny. Auch in den USA nennt man das 1-Cent-Stück noch häufig Penny. Aus diesem Sprachgebrauch entwickelte sich in der Börsenwelt der Begriff „Penny-Stocks“. Dabei handelt es sich um Aktien, deren Kurs unter einer Einheit der lokalen Landeswährung notiert. Wenn z.B. eine Aktie in Österreich unter 1 Euro kostet (1 bis 99 Cent), wäre der Begriff „Penny-Stock“ zutreffend.3

So günstig? Kann das überhaupt gut sein?, denkst du jetzt sicher.

Natürlich gibt es hier unterschiedliche Meinungen. Fragst du einen Zocker, wird er Pennystocks höher Loben, als sich ein Space Shuttle in den Himmel schießen lässt.

Meine Meinung? Folge Gebot Nr. 1:

So wie du dich und dein Firmenangebot in der Arbeit bei den üblichen Kriegsverhandlungen (Meetings) nicht unter Wert verkaufst, so sollst du auch als langfristiger Anleger keinen Bock auf billige 0.01 € bis 1 € Investitionen haben.

Warum?

Alexander Green vom Investor-Verlag beschreibt das so:

Die große Mehrheit von winzigen unrentablen Gesellschaften sind derart lächerliche, riskante Wetten, dass sie nicht einmal Ihre Aufmerksamkeit verdienen. Die meisten dieser Gesellschaften haben wenig, wenn überhaupt etwas in der Hand, um Gewinne zu erzielen, ganz zu schweigen von der ersten Vorbedingung: Umsatz.4

Natürlich gibt es auch erfolgreiche Gesellschaften. Aaaaaber…

für jede Erfolg-Geschichte gibt es Hunderte von Pennystocks, deren Charts eine unheimliche Ähnlichkeit mit dem letzten Flug der Hindenburg haben.5

Schöner hätte ich es nicht sagen können.

Wenn du trotzdem Bock auf einen Penny hast, dann überprüfe noch einmal ganz genau ob dieses Investment aufgrund der Unternehmenskennzahlen machen willst. Ich selbst bin ja kein Fan von großen Aktienanalysen, aber hier würde ich auch genauer nachsehen.

3 einfache Regeln, die dich vor schlechten Investments bewahren

Es gibt einige Dinge – wie beispielsweise im Buch „A Wealth Of Common Sense“ beschrieben, die dich schlagartig zu einem besseren Anleger machen.

Ich möchte dir noch 3 Erfahrungen mitgeben, die ich in meiner jetzt 4-jährigen „Anlegerkarriere“ gemacht habe:

  1. Vertraue nicht auf einen Aktientipp. Egal, ob er von mir (wobei du spezielle Tipps zu Kaufgelegenheiten bei mir eh nicht bekommst), deinem Partner / deiner Partnerin, dem besten Freund / Freundin, oder dem strahlend-lächelnden Guru in einem Hochglanz-, Ultra-HD-Youtubevideo kommt.
  2. Überall tummelt sich der schnelle Reichtum. Lass dich nicht von Autoritäten, bombastischen Begriffen und scheinbar wissenschaftlichen Aussagen wie „mein empirisch bewiesenes, vollautomatisches Rendite-First-Handelssystem“ täuschen. Vielleicht lachst du jetzt. Darauf fällt jemand rein? Seit meinem Start im Jahr 2015 fallen mir regelmäßig solche Aussagen auf – sei es in Anzeigen oder auf Websites. Es funktioniert scheinbar. Falle nicht darauf rein.
  3. Informiere dich und dein Umfeld! Ganz nach Kostolany: Wenn du einen Freund hast, schenke ihm einen Fisch. Aber wenn du ihn wirklich liebst, lehre ihn fischen. Lese dich in das Thema ein. Unterhalte dich darüber und sieh nach, was andere über bestimmte Anlageformen schreiben. Aber achte dabei unbedingt auf Punkt 1 & 2. Mit einem grundlegenden Finanzwissen triffst du automatisch weniger schlechte Entscheidungen.

 

 

 

 

  1. Spekulation an der Börse – Sinn oder Unsinn? – FOCUS Online, Spekulation an der Börse – Sinn oder Unsinn?, https://www.focus.de/finanzen/boerse/lexikon/boersenlexikon-spekulation_id_10478190.html, FOCUS Online
  2. Langfristig erfolgreich investieren | J.P. Morgan Asset Management, Langfristig erfolgreich investieren – die Grundsätze, http://www.jpmorganassetmanagement.de/de/showpage.aspx?pageid=552
  3. Penny-Stocks – Die Geldmarie, Die Geldmarie Das unabhängige Finanzportal Tipps und Tricks rund um die Marie, http://www.geldmarie.at/aktien/penny-stocks.html, Gerald König
  4. Aktien: Pennystocks: Die schlechteste „Investition“, die Sie machen können, Aktien: Pennystocks: Die schlechteste “Investition”, die Sie machen können, https://www.investor-verlag.de/aktien-und-aktienhandel/pennystocks-die-schlechteste-investition-die-sie-machen-koennen/
  5. Aktien: Pennystocks: Die schlechteste „Investition“, die Sie machen können, Aktien: Pennystocks: Die schlechteste “Investition”, die Sie machen können, https://www.investor-verlag.de/aktien-und-aktienhandel/pennystocks-die-schlechteste-investition-die-sie-machen-koennen/

 

 

 

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