Wenn du mit deiner Arbeit kein Geld machen kannst, dann musst du sagen, dass es Kunst ist; und wenn du Geld machst, sagst du, dass es etwas ganz anderes ist.

Andy Warhole prägte die Kunstszene wie kein anderer Künstler. Als er 1949 in die Weltmetropole New York zog, verdiente er sein Geld mit Gelegenheitsjobs als Grafiker. Nebenbei kombinierte der Pop-Art-Mitbegründer unterschiedliche Materialien, um Einzigartiges zu schaffen. Einen neuen Stil. Genau das zeichnet Innovation aus: Kombinieren.

Auch wir Anleger kombinieren. Tage-, wochen-, monatelang suchen wir nach dem heiligen Gral der perfekten Portfolio-Zusammensetzung. Wir arbeiten mit mehr oder weniger teuren Tools, um die richtigen Wertpapiere zu finden. Wir bauen Excel-Files, um Korrelationen zu berechnen, die uns statistische Erkenntnisse geben. Damit ist nicht genug. In unserer Verzweiflung fragen wir in Foren um die Meinung anderer Anleger zu unserem Portfolio. Nur um festzustellen, dass jeder einen anderen Standpunkt hat.

Die Suche nach Sicherheit

In Wahrheit sind wir auf der Suche nach Sicherheit. Ist das nicht paradox? Denn für risikoloses Anlegen müssten wir der Börse den Rücken zukehren. Sicherheit kommt nun mal mit geringer Rendite – Stichwort Tags- und Festgeld. Für die Reduktion von Unsicherheit können wir trotzdem sorgen.

Das ist wie beim täglichen Mailcheck. Manchmal will dir ein Prinz von Ugu ein Millionenerbe aufschwatzen…und du lachst darüber. Aber nur, weil du darüber bescheid weißt. Du hast deine Unsicherheit so weit reduziert, dass du schnell und fast ohne Gehirnschmalz-Verbrauch mit dem Mauszeiger auf den Löschen-Button drückst.

Was heißt das? Natürlich ist es möglich, einige Risiken zu minimieren. Beispielsweise durch Diversifikation, indem du nicht alle Eier in einen Korb legst. Auch Berechnungen und der regelmäßige Austausch mit anderen Anlegern ist von Vorteil. Bei Letzterem spannst du allerdings ein Drahtseil von Punkt 1 „Gutes Aktienportfolio“ zu Punkt 2 „Schlechtes Aktienportfolio„. Ach ja, und irgendeine Meinung dazwischen gibt es auch. Es ist wie mit Börsenstrategien. Manche schwören auf Dividenden, andere kaufen ausschließlich Pennystocks (Nicht zu empfehlen. Ups, das war jetzt wohl mein Drahtseilakt).

Die Mona Lisa ist perfekt. Ist die Mona Lisa perfekt?

Jeden Tag strömen tausende Besucher ins Louvre. Sie lassen sich vom Lächeln der Mona Lisa verzaubern. Aber ist das Gemälde von Leonardo Da Vinci perfekt?

Für manche Menschen schon, für andere ist es einfach nur „ein Bild„. Trotzdem spürt jeder eine unbewusste, mächtige Anziehungskraft. Wahrscheinlich liegt das an dem „Goldenen Schnitt„. Dieses mathematische Verhältnis kommt auch in der Natur und im alltäglichen Produktdesign vor. Es lässt unsere Augen tanzen.

Was ist der Goldene Schnitt im Depot? Bisher fand noch keiner eine allgemeingültige, göttliche Formel zur Überrendite. Es ist immer Glück im Spiel.

Das sagte schon Börsenguru Kostolany:

Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück. Wer langfristig immer die ersten drei G befolgt, der hat früher oder später auch das notwendige Glück.

Die perfekte Portfolio-Zusammensetzung ist demnach subjektiv. Bekannte Fallstricke sind trotzdem vermeidbar. Beispielsweise bei ETFs: Bei ETFs braucht es grundsätzlich Werte, die einzeln oder in Kombination den Weltmarkt abbilden.

Dann bist du fertig mit deinen Überlegungen, wie du dein Depot zusammenstellst, oder?

Die Kunst, nichts mehr wegnehmen zu können

Antoine de Saint-Exupéry, bekannt durch „Der kleine Prinz„, sagte einmal, dass

Vollkommenheit offensichtlich nicht dann entsteht, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Ein starker Satz. Der lässt sich wunderbar auf die Portfolio-Zusammensetzung übertragen. Mittlerweile reicht es aus, einen ETF für einen langfristigen Vermögensaufbau ins Depot zu legen. Das ist günstig und effektiv. Die einfachen ETF-Portfolios sind meiner Meinung nach auch das sinnvollste für die Vorsorge.

Dabei muss ich mir selbst an die Nase fassen. Mein Portfolio besteht anteilsmäßig aus 50 % Aktien und 50 % ETFs…und noch immer habe ich den Drang noch mehr Aktien hinzuzufügen, obwohl alleine schon durch den World und Emerging Markets die Welt im Depot vereint ist. Wann ist mein Depot vollkommen?

Wie auch immer. Kunst ist, die schönste Form der Raffinesse zu wählen: Einfachheit. Glücklicherweise hat „Einfachheit“ viele Gesichter. 😉 Das perfekte Portfolio besteht aus deinen besten Kombinationen. Bei ETFs ist dabei am sinnvollsten, den Weltmarkt abzubilden. Welchen ETF du auswählst, ist sekundär. Denn das macht nur 5 % des Anlageerfolgs aus, zumindest habe ich diesen Wert noch vom Finanzwesir in Erinnerung.

 

 

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