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Geldtransfer versemmelt? So kannst du deine Überweisung zurückholen

Kann man eine Überweisung zurückholen, wenn man einen Fehler gemacht hat?

Natürlich muss das gehen, irren ist schließlich menschlich, aber was ist zu tun?

Wie wahrscheinlich die meisten von euch, habe ich mir diese Frage nie so genau gestellt. Wird schon irgendwie gehen, aber solange ich das nicht brauche – egal.

Dann ist mir eines schönen Tages selbst einmal ein Fehler bei einer Überweisung passiert. Falsche IBAN. Fast 300€ auf ein unbekanntes Konto überwiesen. Shit.

Ganz plötzlich war die Frage „Wie kann ich meine Überweisung zurückholen?“ damit richtig interessant für mich geworden. So blieb mir nichts anderes übrig, als mich umständlich zu informieren. Dabei ist gerade bei einer Falschüberweisung die Zeit ein wichtiger Faktor.

Eine richtig blöde Situation jedenfalls.

Was ist hier nun der erste Schritt? Und viel wichtiger: Was ist mit meinen 300€ passiert? 

Damit du dir das lange Suchen ersparst, habe ich neben dem kleinen Erfahrungsbericht alle wichtigen Infos für dich zusammengefasst. 

Be kind, rewind? Lässt sich eine Überweisung einfach so zurückholen?

Egal ob falsch geschriebene Bankdaten, Namen oder Beträge – Fakt ist leider: Tippfehler und Zahlendreher passieren. 

Im Textbearbeitungsprogramm deiner Wahl kannst du diese leicht wieder rückgängig machen. Beim Online-Banking geht das allerdings nicht. Ist die Überweisung erst einmal getätigt, kannst du noch so oft auf STRG+Z hämmern: Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Und Zeit ist ein wichtiges Stichwort. Denn je länger du wartest, desto schwieriger wird es, das Geld wiederzubekommen.  

So war mein erster Gedanke, als ich den Fehler in der Überweisung erst nach einer Woche bemerkte: Verdammt. Mein Geld ist jetzt wohl weg.

Doch das stimmt so nicht. Wie sieht die Rechtslage dazu in Deutschland aus?

Banken sind mittlerweile nicht mehr dazu verpflichtet die IBAN eines Empfängerkontos mit dem Namen des Eigentümers abzugleichen. Die genaue Kontrolle der eingegebenen Daten ist also deine Aufgabe. 

Ist die Überweisung noch nicht durch, lässt sich das in der Regel leicht beheben.  Doch geht der Betrag auf das Empfängerkonto ein, ist das schon deutlich schwieriger. Die Bank hat dann nämlich keinen Zugriff mehr auf das Geld und kann es nicht einfach so zurückholen.

Rein rechtlich gesehen muss die Bank den falsch überwiesenen Betrag auch nicht erstatten. 

Hier muss der Empfänger, der unverhofft zum Geldsegen kam, den Betrag selbst zurücküberweisen. Die Bank nimmt also Kontakt zum Geldinstitut des Empfängers auf und informiert diesen über die Fehlüberweisung.

Außer Spesen nichts gewesen – Mit diesen Kosten musst du bei einer Falschüberweisung rechnen

Wie so oft macht die Bank das natürlich nicht umsonst und will in den meisten Fällen eine Bearbeitungsgebühr sehen. Diese beträgt, je nach Bank, zwischen 10 und 25 Euro. In Sonderfällen sogar noch mehr.

An meinem Beispiel habe ich aber gesehen, dass diese Extrakosten durchaus verhandelbar sind. Nach einer kurzen Diskussion am Telefon gab der nette Bankberater am anderen Ende der Leitung schließlich nach und sah von der Gebühr ab.

Die Devise lautet also: Bleibt stur, aber höflich. 

Einige Tage nachdem der falsche Empfänger informiert wurde, erhielt ich übrigens den vollen Betrag zurück. Ich bin also nochmal mit einem blauen Auge davongekommen.

Denn: Obwohl der Empfänger einer falschen Überweisung rechtlich dazu verpflichtet ist, den Betrag zurückzuzahlen, kann er sich auch weigern.

Noch schwieriger ist es, wenn das Geld vor der Kontaktaufnahme bereits ausgegeben wurde.

Nicht selten muss hier ein Anwalt eingeschaltet werden, um die Transaktion rückgängig zu machen. Ob man sich das leisten will, hängt wohl in erster Linie vom überwiesenen Betrag ab. Bei niedrigen Summen zahlt sich das klar nicht aus.

Es gilt also die englische Phrase: Cut your losses and move on. 

Du willst eine Überweisung rückgängig machen? Dann zählt jede Sekunde

Die Lehre, die ich aus der ganzen Geschichte gezogen habe: Kontrolliere Überweisungen immer ganz genau, bevor du sie zeichnest. Auch wenn der Fehler nach der Zeichnung auffällt, lässt er sich beheben. Je schneller du handelst, desto besser.

Eine Überweisung von einer Bank zur anderen kann mehrere Werktage lang dauern. Eine Rolle spielen auch die Geschäftszeiten und der Wochentag.

Ist das Geld noch bei deiner Bank, geht die Rückerstattung normalerweise leicht. 

Der Zeitfaktor beim Stoppen einer Überweisung

Am Wochenende nehmen Banken zum Beispiel generell keine Überweisungen vor. Passiert dir der Fehler also am Samstag oder Sonntag, kannst du damit rechnen, dass dein Geld nicht sofort an den Empfänger rausgeht.

Ähnlich verhält es sich, wenn du die Überweisung am Abend in Auftrag gibst, da die meisten Banken nach 18:00 ebenfalls keine Überweisungen mehr tätigen.

Das ist zwar alles schön und gut, für deine nächsten fünf Minuten ändert das aber wenig.

Der erste Schritt ist nämlich immer der gleiche: Nimm die Beine in die Hand und ruf so schnell wie möglich deine Bank an!

Da dir ein sofortiger Anruf beträchtliche Kosten sparen kann, solltest du dich umgehend an die Hotline wenden.

Die Telefonnummern der größten deutschen Banken findest du hier:

Sparkasse: 030 869 869 57

Volksbank / Raiffeisenbank: 06571 924 0

Postbank: 0228 5500 5500

Commerzbank: 069 5 8000 8000

Deutsche Bank: 069 910 10000

Sonderfall PayPal: Auch hier ist falsch überwiesenes Geld nicht gleich weg

Beim digitalen Zahlungsdienstleister PayPal kann man bereits überwiesenes Geld ebenfalls zurückfordern. Unter der Option „Aktivitäten“ lassen sich dort Überweisungen stornieren. Dies funktioniert allerdings nur, wenn der Transfer erst kürzlich erfolgte. 

Ist das Geld schon auf dem (falschen) Zielkonto eingelangt, musst du ebenfalls wieder den Inhaber kontaktieren und ihn um eine Rücküberweisung bitten.

Sollte es zu einem Betrug gekommen sein oder die andere Person das Geld etwa unrechtmäßig einbehalten, bietet PayPal unter „Konfliktlösungen“ die Möglichkeit, Kontakt mit der Person aufzunehmen. 

Außerdem unterliegen alle Überweisungen einem Käuferschutz. Gelingt keine gemeinsame Einigung, hat man 20 Tage Zeit einen dementsprechenden Antrag zu stellen. Das Unternehmen überprüft dann den Fall und entscheidet, was mit dem Geld passiert.

Im Betrugsfall kannst du deine Überweisung leichter zurückholen

Du hast etwas bestellt, bezahlt, aber nichts bekommen? Alles halb so wild.

Bei Betrugsverdacht sieht die Sache mit dem zurückholen deiner Überweisung nämlich anders aus, da das Recht klar auf deiner Seite ist.

Wurdest du Opfer von Scammern solltest du so schnell wie möglich deine Bank anrufen und den Betrug melden. Außerdem musst du unbedingt auch die Polizei informieren und dort Anzeige erstatten.

Geht es um einen höheren Betrag solltest du außerdem einen Anwalt zu Rate ziehen. Diese bieten oft kostenlose Erstberatungen an, die in einem solchen Fall Gold wert sind. Also am besten einfach anrufen und fragen.

STRG+Z hilft nicht? So holst du trotzdem dein Geld zurück

Am Ende nochmal das Wichtigste zusammengefasst:

  • Hast du eine Überweisung an eine falsche IBAN gesendet, nimm sofort Kontakt mit deiner Bank auf.
  • Hat die Bank noch Zugriff auf das Geld, bekommst du es gegen eine Gebühr zurück. Das kostet zwischen 10 und 25 Euro.
  • Am Wochenende oder außerhalb der Geschäftszeiten hast du etwas länger Zeit, bis das Geld auf dem anderen Konto ist.
  • Ist es erst einmal dort angekommen muss der Empfänger selbst eine Rücküberweisung tätigen, dann kann es kompliziert werden.
  • Liegt ein Betrugsverdacht vor, solltest du unbedingt auch die Polizei informieren. Das Recht ist hier klar auf deiner Seite.

 

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