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100 minus Lebensalter – Wie sinnvoll ist die Formel?

Die Faustregel „100 minus Lebensalter“ ist in der Finanzbranche sehr verbreitet. Kurz und knapp sagt die Formel aus, dass jüngere Menschen mehr Aktien kaufen sollen. Die Gründe für diese Annahme sind folgende:

  • Längere Lebenszeit
  • Dadurch ist es möglich, ein höheres Risiko in Kauf zu nehmen. Denn auf lange Sicht gewinnst du statistisch gesehen fast immer an der Börse

Aber gilt diese Faustformel immer und wie sinnvoll ist sie wirklich?

Ist die Formel 100 minus Lebensalter noch aktuell?

Als erste Investitionshilfe ja, aber aktuell gilt die Formel als überholt. Warum?

Grund dafür ist, dass diese Formel sehr stark vereinfacht. Stell dir folgendes vor: Du bist 60 Jahre alt und willst für deine Enkelkinder Geld anlegen. Laut dieser Formel müsstest du dein Geld auf 40 % Aktien und 60 % Anleihen aufteilen.

Das macht wenig Sinn, wenn du von den durchschnittlichen Wertsteigerungen langfristig profitieren und für die Enkel ein Vermögen aufbauen willst. Man könnte auch sagen, dass die Zielsetzungen unberücksichtigt bleiben.

Außerdem wird das Risiko nicht ausreichend berücksichtigt. Wenn du 25 Jahre alt bist, solltest du nach der Formel „100 minus Lebensalter“ 80 % deines Geldes in Aktien anlegen. Was aber, wenn du der Börse nicht so recht traust und allgemein risikoloser investieren willst? Dann ist diese Formel ungeeignet und für die Bedürfnisse der fast risikolosen Geldanlage eventuell ein Festgeldkonto besser.

Neue Ansätze und Aussagen zu der Berechnung

Neue Ansätze tendieren dazu, 110 und sogar 120 minus Lebensalter zu rechnen. Der Grund ist die steigende Lebenserwartung.

Wade Pfau, ein amerikanischer Professor, der sich kontinuierlich mit Renten beschäftigt rät sogar, den Aktienanteil hochzufahren. Bis 65 sollte man allerdings auch stetig Anleihen kaufen, um sie mit steigendem Alter wieder zu reduzieren.

Ein anderer – Charles Ellis – rät zu einer Aktienquote von 100 %. Wieder ist die steigende Lebenserwartung der Hauptgrund für diese Empfehlung.

Ich persönlich habe einen geringen Anteil meines Vermögens in Anleihen investiert, allerdings um eine hohe Dividendenrendite damit einzufahren. Bis zum hohen Alter dauert es noch ein bisschen und ich gehe davon aus, dass ich mein Geld weiter in Aktien investieren werde. Natürlich gilt es dabei, auch risikoloser anzulegen, um einen Teil des Vermögens abzusichern. Wie schon erwähnt, geht es dabei auch um das persönliche Ziel.

Was kann man der Formel abgewinnen?

Abgewinnen kann man eine Tendenz zur Sicherheit. Das Aktienvermögen sollte jedenfalls gesichert werden, wenn du deinem Ziel näherkommst. Das lässt sich einfach erklären: In jungen Jahren sorgst du für das Alter vor. Du kannst wesentlich risikoreicher investieren. Im Alter versuchst du dann dieses Geld verstärkt zu sichern, also investierst du einen größeren Anteil deines Vermögens nicht in Aktien, sondern risikoloser.

Fazit

Die Faustregel „100 minus Lebensalter“ ist nur bedingt geeignet, um den Anteil von Aktien und Anleihen zu bestimmen. Es ist eine Formel, um das Risiko darzustellen. Leider bleiben bei der Formel viele Faktoren unberücksichtigt, weshalb du bei deiner Vermögensaufteilung nicht auf diese Formel vertrauen solltest.

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