Seit 2015 habe ich ein EPU angemeldet. Seit 2017 arbeiteten zwei Freunde und ich an einem Projekt. Jetzt, im November 2018 haben wir unsere Gesellschaft gegründet. Juhu, ich bin also Gesellschafter. Das klingt gut, ist aber romantisierend für „jetzt wird’s zach“. Innerhalb der Zeit der behördlichen Anmeldung habe ich vor allem drei Dinge gelernt.

1. Kein Mensch kennt sich aus

Wenn du eine Gesellschaft anmeldest, kommen verschiedene behördliche Tätigkeiten auf dich zu. Wir haben das selbstständig übernommen, weil eh alles einfach zu erfragen und nachzulesen ist.

Zumindest dachten wir das.

Bei den verschiedenen Fragestellungen zur Gesellschaft und Versicherung blieb vor allem eines im Hinterkopf: Kein Mensch kennt aus (und vor allem du selbst verblödest mit der Zeit immer mehr aufgrund verwirrender Aussagen).

Immer wieder kreisten wir um die gleichen Fragen, saßen unzählige Stunden am Telefon und hörten unterschiedliche Aussagen von unterschiedlichen Personen in gleichen Institutionen.

Für uns war das eine Frage der Hartnäckigkeit. Und, das will ich nicht verschweigen, auch ein bisschen so, als ob du kurz vor einer schweren Depression stehst.

Am Ende des Tages ist – durch eine engagierte Dame – alles geklärt worden. Wir sind aber dennoch gespannt, ob noch das ein oder andere Papier mit unerwarteten Tatsachen zur Tür hereinflattert. Wie auch immer: Dieser selbstauferlegte Aufwand ist ok, mit einem festen Berater wärs’ sicher besser gewesen. Aber das kostet Geld, und das brauchen wir anderswo. Ich empfehle dir deshalb, entweder hartnäckig zu bleiben, oder die ganze Anmeldung direkt von einem Steuerberater/RW erledigen zu lassen.

Jonathan Frank würde jetzt Fragen: „Ist diese Geschichte wirklich so passiert, oder haben wir sie frei erfunden?“

Ja, das ist wirklich passiert. Gut, die Frage des Auskennens ist vielleicht etwas überzogen formuliert (es gibt super „Auskenner“ da draußen!; Unsere Situation war schon etwas spezieller), aber dient sehr gut der Darstellung, dass du bei bestimmten Fragestellungen auf dich selbst gestellt bist.

Das erinnert manchen von euch vielleicht an die Recherchearbeit, die vor dem Investieren stand. Auf der Suche nach Informationen findest du Nützliches, verwirrendes (zum Beispiel Diagramme denen du nicht blind vertrauen solltest) und schlussendlich Entscheidendes.

2. Im Team wird’s einfacher

Alleine kommst du vereinzelt schneller voran, aber im Team kannst du Aufgaben aufteilen und dich austauschen. Das ist wirklich wichtig, weil nur eine Handvoll Menschen wirklich wissen wollen, was du gerade aufziehst. Zusätzlich kannst du das wunderschöne Wort „Arbeitsteilung“ in den Mund nehmen und effektiver arbeiten.

Dein Depot ist so aufgeräumt und neu, dass selbst Warren Buffet große Augen machen würde? Dein Drang nach Wissen ist größer als der Schiefe Turm von Pisa? Stell dir vor, du erhältst noch mehr Infos über Wertpapiere. Dann bring dein Smartphone auf Hochtouren und starte Instagram 🙂

Im Team ziehen dich andere Menschen mit, wenn bei dir mal nichts geht. Wenn du eine Idee hast, dann verwirkliche sie, wenn möglich, in einem Team. Natürlich geht es auch gut ohne, aber mit anderen Menschen zusammenarbeiten bietet eine höhere Lernkurve und vor allem auf Anhieb ein soziales Umfeld, dass ähnliche Werte teilt.

Oder ganz einfach für Investoren formuliert: Diversifiziere! Beispielsweise bei der Asset Allocation in P2P-Kredite auf Bondora, wo du dir mit nur einem Klick sofort 5 € Guthaben sichern kannst*.

3. Learning By Doing

Du glaubst, du hast alles gelernt und bist top vorbereitet? Du hast sogar freiwillig MOOCs absolviert, um dein Finanzwissen aufzufrischen? Stell dich auf eine harte Zeit ein. Es gibt Situationen, die du vielleicht ohne Vorerfahrung meistern musst und Dinge, an die du vielleicht noch nie gedacht hast. Hier ist zu entscheiden, wie du reagierst. Ganz ehrlich? Ein bisschen Angst und Aufregung sind ok. Zumindest für mich. Immerhin sind das wichtige Emotionen, die ganz bedeutende Handlungen hervorrufen können (Dazu meine absolute und mit doppelten-Rufzeichen-Lieblingsbuchempfehlung: The Art of Empathy*).

 

Zum Schluss noch ein Hinweis, der mir wirklich wichtig ist: Ganz konkret stellt sich 2019 heraus, ob das selbstständige Arbeiten weitergehen kann und die Einnahmen ausreichen. Dennoch: der Motor des Marktes ist angesprungen und läuft und läuft und läuft. Genauso, wie meine monatlichen Dividendenzahler. Zukünftig hoffentlich auch schneller. Und wenn nicht? Dann ab zum Mechaniker!