ETFs sind eine gute Wahl zum langfristigen Vermögensaufbau, der Diversifizierung und, wenn es um einen ruhigen Schlaf geht. Aber was ist mit Einzelaktien? Im Prinzip erfüllen sie die gleichen Funktionen wie ein ETF, nur diese Sache dem Schlaf kann manchmal etwas anstrengender sein – oder vllt. auch nicht, wenn man konservativ Investiert.

Als ich damals mein Depot bei Flatex angelegt habe, war mein erster Kauf lustigerweise eine Einzelaktie (BASF), danach folgten ETFs (u.a. der Global Dividend, den ich jetzt nicht mehr im Depot habe). Wenn ich auf die ersten Käufe zurückblicke, war das ein kleines Chaos. Minimalbeträge kämpften um einen Transaktionsplatz. Der Broker machte in dieser Zeit sicher Luftsprünge. Es ging zum Glück besser weiter, auch, weil ich mich umfassender und vor allem diversifizierter in die ganze Thematik einlas. Daher ein Shoutout an alle Leser,  Blogger und Autoren, die mir dabei geholfen haben und noch immer helfen.

Aber zurück zum Thema: Wie sieht es gegenwärtig mit Einzelaktien aus? Ich habe mein Portfolio mittlerweile in 50% ETFs und 50% Einzelaktien aufgeteilt. Hauptsächlich, weil ich von den kürzeren Dividendenintervallen profitieren und direkt bei interessanten Unternehmen beteiligt sein will. Portfolio Performance zeigt mir, dass die Auswahl ganz gut war. Das sehe ich als pures Glück an…zu einem ganz ganz minimalen Teil aber auch nicht, da ich nicht in Pennystocks oä. investiere. In den Top 10 nach Performance (IZF) befinden sich acht Einzelaktien und zwei ETFs. Bisher habe ich noch keine extrem schlechten Erfahrungen gemacht. Wenn wirklich mal ein krasses Börsenbeben kommt, wird es natürlich spannend.

Top 10 nach IZF:

  1. Microsoft
  2. Asiakastieto Group
  3. Facebook
  4. Emerging Market Bond
  5. Realty
  6. SAP
  7. World ETF
  8. Castellum
  9. BB Biotech
  10. AT+T

Kann doch nicht sein, oder? Gar keine schlechten Erfahrungen? Doch, da gab es etwas. Ich verletzte am Anfang der Kleinanlegerkarriere eine der Investorenregeln, die auch Ben Carlson implizit anspricht: Folge nicht einem vermeintlichen Experten. Ich kaufte, weil jemand auf eine Aktie hingewiesen hat, die „sich sicher lohnt“ (Es war übrigens eine griechische Bank). Es war kein großer Verlust, aber jeden Tag fragte ich mich, warum ich diese Aktie ins Depot geholt habe. Die Antwort: Wahrscheinlich wollte ich diese „Chance“ nicht verpassen. Dumme Idee. Danach verschwand sie aus dem Portfolio und ich hatte meine Lektion gelernt. Folge nicht der Masse, und schon gar nicht Gurus.

Jetzt stellt ihr euch vielleicht die Frage, wie die Auswahl der Aktien stattfindet. Nein, ich verbringe keine 150+ Stunden um Unternehmen ausführlich zu analysieren. Im Beitrag „Kriterien für Dividendenaktien“ bin ich genauer darauf eingegangen. Auch mit dem konservativen Auswahlsystem, die Pim Van Vliet in seinem Buch High Returns from Low Risk vorstellt, hatte ich mit zwei Aktien besonderes Glück (Asiakastieto; das zweite Unternehmen ist aufgekauft worden und ich konnte höher verkaufen). Insgesamt bewerte ich mein Depot als Dividendenportfolio mit Ausreißern. 😉 Meine letzten Monatsrenditen könnt ihr euch übrigens im letzten Beitrag ansehen, der über die letzten Kursrückschläge handelt.

Was ist das Fazit? Meine Erfahrungen mit Einzelaktien sind gut. Wenn ich nochmal darüber nachdenke sind sie sogar sehr gut. Woran das liegt? Wahrscheinlich, weil die Unternehmen relativ solide sind. Aber wer weiß das schon. Achja, die Zukunft. Verdammt schade, dass ich keine hellseherischen Fähigkeiten habe. 😉