Das mit dem Apple-Store und iPhone sagt Christian Boschan in einem Interview mit dem Standard. Er leitet die Wiener Börse und nennt den Kapitalmarkt eine potenzielle Wohlstandsverteilungsmaschine.

Er meint damit, dass du dich an Unternehmen beteiligen sollst, um am Erfolg mitzuschneiden und erwähnt dabei auch Dividendenausschüttungen.

Zuerst muss du aber wissen, wie das funktioniert. Denn wie sollst du investieren, wenn du davon keine Ahnung hast?

Das heißt: Bildung steht hoch im Kurs.

Wie wichtig Bildung ist, zeigt folgender Zusammenhang: 26 % der Menschen mit höherem Abschluss investieren. 11,8 % mit mittlere Reife und 6,5 % mit einem Hauptschulabschluss.

Aber…

Sehen wir uns das noch einmal an. 26 % mit einer höheren Bildung investieren. Ich dachte nur: Was? NUR 26 %? Das ist doch noch immer echt wenig.

Was heißt das?

Allgemeinbildung reicht nicht. Und es reicht auch nicht, „die Börse“ still im dunklen Kämmerlein zu lehren.
Erstens fehlt das praktische Wissen, zweitens die Einbettung der Börse in unser Leben.

Die Börse muss so präsent sein wie dein Lieblingsrestaurant um die Ecke.

Theoretische Bildung reicht für eine höhere Aktionärsquote nicht aus

Stell dir folgendes vor: Du bildest dich zum Thema Aktien weiter. Die Lehrperson hält einen tollen Vortrag und mit Arbeitsblättern vertiefst du das neue Wissen. Jetzt weißt du einiges über die Börse, ETFs und Aktien.

Und dann?

Zwei Möglichkeiten:

  1. Du gehst Heim und kaufst Aktien
    2. Du gehst Heim und alles bleibt beim Alten

Als Investor tendierst du jetzt bestimmt zu Nr. 1.

Aber wie ist das bei jemanden, der erst am Anfang steht? Wie hoch ist die Chance, dass er nach einem Vortrag wirklich investiert?

Klar, es ist wahrscheinlicher…

Denn nach einem 5 Stunden Vortrag über Aktien hast du das theoretische Wissen.

Aber mehr nicht.

Ein Vortrag ist ein erster Schritt. Aber was nutzen Vorträge, Fragerunden und Arbeitsblätter, wenn nur das theoretische Wissen erlangt wird?

Das erinnert mich an eine Handelsschule in Salzburg. Dort berechnen Schüler auf einem Blatt Papier das kgV, Eigenkapitalquoten und Marktkapitalisierungen.

Schön und gut. Aktien kauft trotzdem niemand. Denn es ist zwar nah an der Praxis, aber der Wert wird durch ein Arbeitsblatt mit stumpfen Textaufgaben geschmälert.

Ideen, um nachhaltig die Aktionärsquote zu steigern

Bildung muss noch weiter gehen als „erzählen“. Außerdem müssen die abstrakten, traditionellen Arbeitsblätter verschwinden und durch visuelle und gegenwärtige Beispiele ersetzt werden.

Musterdepots anlegen, Ausfüllhilfen für die Formulare anbieten und im Face-to-Face-Gespräch auf einzelne Ängste eingehen – das könnte die Quote in neue Welten schießen.

Gut, das wäre zu schön um war zu sein. Es braucht noch viel mehr.

Die Einbettung der Börse in unser Leben

Sehen wir uns das System Bildung an.

Traditionell bewegen wir uns so im Bildungssystem:

Deutschland:
⦁ Hauptschule / Realschule / Gymnasium
⦁ Universität / FH
⦁ Institution / Unternehmen
⦁ Weiterbildung

Österreich:
⦁ Neue Mittelschule / AHS
⦁ AHS / BHS / BMS / Poly und Berufsschule
⦁ Universität / FH
⦁ Institution / Unternehmen
⦁ Weiterbildung

Mein Vorschlag: Auf jeder einzelnen Stufe muss das Thema „Börse“ im größeren Themenkreis „Finanzen“ präsent sein. Das geht viel weiter als traditionelle Bildung. Die Börse nimmt ganz organisch einen Platz im Alltag ein.

Dabei sollen Institutionen, Unternehmen und andere Organsationen zusammenspielen. Was heißt das? Unternehmen als Bildungsstätte zu sehen, heißt nicht, dass die Unternehmen für die Finanzbildung zuständig sind. Es heißt, dass in diesem Kontext vor allem sichtbare Angebote vorhanden sein müssen, die uns die Börse und das Thema Finanzen näher bringen.

Könnte das eine Lösung sein?
Glaubst du, damit steigt die Aktionärsquote? Welche Ideen hast du zur Förderung der Aktionärskultur?

 

 

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