Wie du deine erste Diskussion über Aktienklassen überlebst

Stell dir vor du bist auf Facebook. Du interessierst dich für Aktien, willst mehr darüber wissen und folgst ein paar Leute die sich auskennen. Dann siehst du einen Beitrag von einem Freund in dem er beschreibt, „dass defensive Werte sowieso ins Depot gehören“. Klar, und Fußballspieler gehören aufs Fußballfeld. In den Kommentaren geht es rund. Da werfen Freunde mit so spezifischen Wörtern herum, als würden sie gerade in einem Seminar für Bayrische-Dialekt-Sprachkunst sitzen.

Was ich dir damit sagen will: Die Börse ist ein einziger witziger Begriffs-Dschungel. Es ist eine Welt, in der Anleger, genau wie im Fußball die Kommentatoren mit Abseits, Eckball und Elfmeter, eigene Ausdrücke verwenden.

Sehen wir uns deshalb jetzt 6 Aktienklassen an, damit auch du in der nächsten Diskussion mit Spezialwissen brillierst, Sprachverwirrungen überstehst und Fachdiskussionen gekonnt überlebst…oder einfach nur weißt, was zyklisch, defensiv, dividendenstark, Wachstum und Qualität im Zusammenhang mit Aktien bedeutet.

Die 4 6 Aktienklassen

Oft wird von 4 typischen Aktienklassen gesprochen. Ich habe Qualitäts- und Rohstoffaktien auch noch erwähnt.

Wachstumswerte

Der Teufel steckt im Detail. „Wachstum“ bezeichnet Unternehmen, die hohe Gewinne und Umsätze schreiben bzw. überdurchschnittlich schnell wachsen oder es zukünftig erwartet wird. Dazu zählen klassischerweise Unternehmen mit innovativen Produkten.

Ein Risiko ist allerdings, die tendenziell höhere Volatilität. Stell dir vor, 100 Investoren glauben, dass ein Unternehmen zukünftig fette Gewinne erwirtschaftet. Nach einem Jahr stellt sich heraus, dass die erwarteten Gewinne ausbleiben. Da jetzt die meisten Investoren verkaufen kommt es zum Preisverfall.

Außerdem wird oft keine Dividende ausgezahlt, weil die Unternehmen lieber ihre Gewinne reinvestieren.

Aber auch Gewinnchancen sind für dich als Anleger da. Sieh dir einfach mal den langfristigen Kurs von Netflix, Adobe oder Amazon an.

Dividendenstarke Aktien

Weißt du schon was eine Dividende ist?

Anleger dieser Kategorie achten auf hohe Dividendenrenditen – und genau das zeichnet dividendenstarke Werte aus. Du kannst damit sogar monatliche Ausschüttungen erwirtschaften und dir quasi ein Zusatzeinkommen schaffen. Das ist oft auch ein Ziel von Dividendeninvestoren – der Aufbau eines zusätzlichen Einkommens. Nachteile sind beispielsweise die Steuerzahlungen auf jede Ausschüttung. Regelmäßig findest du Diskussionen rund um das Thema „Dividendenstrategie – ja oder nein“. Ich selbst investiere hauptsächlich in dividendenstarke Wertpapiere.

Dazu weiterführend:

ETFs mit monatlicher Dividende

Dividendenaristokraten ETFs: Eine Liste

Dividendenaktien: Auswahlkriterien

Zyklische Werte

Zyklische Aktien heißen so, weil sie sich je nach Konjunkturzyklus anders verhalten. Ein Konjunkturzyklus besteht aus 4 Phasen: Aufschwung, Hochkunjunktur, Abschwung, Tiefphase uuuuund wieder von vorne.

Welche Bedeutung hat das für Aktien?

Stell dir vor du bist Inhaber von einem Supermarkt. Leider läuft es wirtschaftlich im Land nicht so gut. Menschen achten auf ihre Ausgaben und sind verunsichert. Dein Geschäft trübt das allerdings nicht besonders. Lebensmittel und Hygieneprodukte werden trotzdem in fast gleichem Ausmaß gekauft. Auf das Automobilunternehmen von nebenan wirkt sich der wirtschaftlicher Abschwung wesentlich schlechter aus.

Defensive Werte

Das sind die Gegenspieler der zyklischen Werte. Sie sind auch in schlechten wirtschaftlichen Phasen relativ stabil. Als Faustformel gilt: Diese Unternehmen bieten an, was Menschen jederzeit brauchen.

Das sind u.a.:

  • Nahrungsmittel
  • Energie
  • Pharma

Value-Aktien

Value-Aktien können auch gleichzeitig als defensiv durchgehen.

Ein Anleger sucht nach Unternehmen, die unterbewertet sind, also eigentlich mehr Wert sind als momentan im Kurs wiedergespiegelt wird. Der Ansatz selbst findet sich im Buch von Benjamin Graham „The Intelligent Investor„* wieder. Sein Schüler und Star-Investor Warren Buffett ist bekannt für diese Vorgehensweise. Dabei wird auf den Ertrag, das Geschäftsmodell und auch das Management geachtet.

Langfristigen Anlegern empfiehlt Buffett übrigens konventionelle Fonds bzw. ETFs (Für seine Frau investiert er beispielsweise in den S&P500 von Vanguard; Quelle: Shareholderletter 2014), die einen Index wie den DAX nachbilden: Wenn du kein aktiver Investor bist – und nur sehr wenige Menschen sollten das versuchen – dann solltest du Indexfonds kaufen. Und zwar Indexfonds mit niedrigen jährlichen Kosten. Und nicht alle auf einmal, sondern immer mal wieder.

Rohstoffaktien

Damit sind Unternehmen gemeint, die mit Rohstoffen wie Erdöl, Kohle, Gold oder Getreide und Baumwolle handeln. Diese Aktien sind tendenziell risikoreicher. Klar, die Entwicklung der Unternehmen ist vom Preis der Rohstoffe abhängig.

Was jetzt?

  1. In der nächsten Facebook-Diskussion munter mitschreiben
  2. Mit Fachausdrücken am Stammtisch glänzen
  3. Nicht nur lernen, auch umsetzen und investieren (gilt übrigens auch, wenn du Student bist) 😉

 

 

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