Heute zeige ich dir was ein Aktiensplit ist…

Und das Wichtigste, was du dazu wissen musst.

Was ist ein Aktiensplit?

Achtung. Zuerst sehen wir uns die „technische“ Erklärung an. Die finden sich nämlich immer im Begriffs-Dschungel der Börse.

In einer Lizentiatsarbeit an der Uni Bern beschreibt man den Aktiensplit so:

Bei einem Aktiensplit werden die bestehenden Aktien gemäss dem sogenannten Splitfaktor aufgeteilt. Dadurch erhöht sich die Anzahl der Aktien, während der Nennwert der einzelnen Aktie entsprechend sinkt. Das bilanzielle Aktienkapital bleibt unverändert; nur seine Stückelung ändert sich. Der Splitfaktor berechnet sich nach folgender Formel:

Splitfaktor = Anzahl Aktien nach Split / Anzahl Aktien vor Split1

Sehen wir uns das Geschwafel mal an. Merke dir den Kern der Aussage:

  • Die Anzahl der Aktien erhöht sich
  • und der Nennwert einer einzelnen Aktie sinkt.

Stell dir vor du hast ein eine Aktiengesellschaft und willst einen Aktiensplit durchführen. Dazu gibst du ein Splitverhältnis vor, zum Beispiel 1:5. Anleger die 10 Aktien halten werden jetzt staunen: Sie haben nun 10 * 5, also 50 Aktien von dir im Depot.

Bist du des Wahnsinns? Verschenkst du also einfach so Geld? Na, aber sicher nicht meine Damen und Herren!

Wir haben ja noch den Nennwert. Was hat es damit auf sich? Die furchtlose Anlegerin Christina staunt nicht schlecht, als sie die 50 Aktien im Depot von ihrem Broker flatex sieht. Sie hatte doch nur 10 der Wertpapiere von deinem Unternehmen?!? Aber noch etwas ist passiert: Der Kurs liegt plötzlich nicht mehr bei 100 €, sondern bei 20 €.

Jetzt sind wir wieder genau beim Kern des Aktiensplittings: Du erhältst mehr Aktien, aber nicht gratis! Der Wert deiner Aktien bleibt gleich. Der Splitfaktor wäre dann für den einzelnen Anleger 50 / 10 = 5.

Was sagt Prof. Dr. Wolfgang Breuer (RWTH Aachen, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre) dazu?

Der Aktiensplitt ist eine Aufteilung einer Aktie mit hohem Kurswert in mehrere Anteile. Der Zweck des Aktiensplits liegt in erster Linie in der optischen Verbilligung einer zu „schweren” Aktie und damit der Verbesserung der Handelbarkeit.2

Danke für die Einleitung Herr Prof. Breuer. Damit kommen wir zu den Gründen für einen Aktiensplit.

Warum ein Aktiensplit? Die Gründe.

Unser Professor hat es vorweg genommen.

Kommen wir nochmal auf dein fiktives Unternehmen zurück. Was wäre, wenn du ordentlich wirtschaftest und der Kurs steigt und steigt? Ein Anteil an deinem Unternehmen wird teurer und damit sinkt die Nachfrage. Kleinanleger möchten zu hohen Preisen nicht mehr beteiligt sein und kaufen nicht.

Jetzt kommt der Aktiensplit ins Spiel. Du drückst den Preis künstlich. Zack Bum, und schon kaufen (theoretisch) Hinz und Kunz wieder bei dir ein. Die Idee der Anleger: Dein Unternehmen ist jetzt günstig – da lohnt sich ein Einstieg. Dieses Motiv gehört zur „Trading Range Theorie„. Es gibt noch weitere Überlegungen dazu, aber die Details erspare ich dir und sind auch nicht weiter wichtig.

Nur eins noch. Das manager-magazin beschreibt das Phänomen nochmal sehr gut.

Doch was ist der Grund für dieses Phänomen? Warum reagiert der Aktienkurs auf ein Ereignis, das bei genauem Hinsehen eigentlich gar keins ist?

Experten haben verschiedene Erklärungen:

Die Naheliegendste: Das Kalkül der AG-Vorstände geht tatsächlich auf. Anleger halten die Papiere also nach einem Split tatsächlich für günstiger und greifen zu.3

Die Erklärung ist also die schöne Psychologie – wie so oft an der Börse.

Wann darf ein Aktiensplit gemacht werden?

Aktionäre müssen dazu auf der Hauptversammlung zustimmen. Eine einfache Mehrheit reicht.

Was bedeutet das für dich?

Zusammengefasst: Es ändert sich für dich nichts. Keine Gratisaktien. Schade eigentlich. Wir sollten das langsam mal einfordern. Viva la Aktienolucion!

Eine Sache gibt es doch. Die ist aber so glasklar wie der ganze Börsenhandel. Anleger verkaufen oder kaufen die Aktien. Dadurch steigt oder sinkt der Kurs. Dazu mein Artikel: Wie funktioniert die Börse.

Nicht verwechseln mit dem „reverse stock split“

Immer diese Begrifflichkeiten.

Merke dir hier: Eine Aktienzusammenlegung, englisch „reverse stock split„, ist das Gegenteil vom Aktiensplit (Das englische Wort dafür ist übrigens „forward stock split„).

Das Unternehmen legt Aktien in einem bestimmten Verhältnis zusammen. Wenn du 10 Aktien hältst und 10:1 zusammengelegt wird, hast du am Ende des Tages eine Aktie im Depot. Dadurch erhöht sich der Nennwert, der Aktienkurs wirkt teurer.

Kurz und knapp

  • Beim Aktiensplit ändert sich nichts für dich.
  • Er dient grundsätzlich der Kosmetik und macht das Wertpapier optisch günstiger.
  • Es gibt auch den „reverse stock split“. Hier legt ein Unternehmen Aktien zusammen. Dadurch klettert der Kurs nach oben.

 

 

 

  1. Aktiensplits in der Schweiz: Erklärungen für den Ankündigungseffekt, https://www.ifm.unibe.ch/research/practioner/archiv2007/e289872/files495588/LizIFMMueller2007_ger.pdf
  2. Aktiensplit • Definition | Gabler Wirtschaftslexikon, Aktiensplit, https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/aktiensplit-31072
  3. Warum Aktienkurse nach Splits anziehen – manager magazin, manager magazin, https://www.manager-magazin.de/immobilien/artikel/a-966125-2.html
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